Kein leichtes Buch

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„Über vier Leben“ von Pauline Hatscher ist ein tiefgründiger und emotionaler Roman über Familie, Vergangenheit und die Spuren, die Erlebnisse über Generationen weg hinterlassen können.

Das Buch wird aus der Perspektive von vier Frauen, eine Familie (vier Generationen) erzählt. Mirabell, die jüngste der vier, versucht herauszufinden, woher ihr Gefühl kommt, nicht richtig dazugehört zu hören. Bei ihrer Suche nach Antworten taucht sie immer tiefer in ihre Familiengeschichte ein und stößt auf viele Lücken, Schweigen und schmerzhafte Wahrheiten. Sie stößt dabei auf verschwundene Familienmitglieder, eine Großmutter, die nicht mehr leben wollte, eine schweigende Mutter und viele Lücken und Halbwahrheiten.Die Geschichte verbindet dabei die Leben der vier Frauen miteinander und zeigt, wie stark die Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein wirkt.

Ich fand das Buch insgesamt gut, allerdings bin ich nicht so richtig in die Geschichte hinein gekommen. Durch die häufigen Wechsel zwischen den Protagonistin war ich gerade am Anfang öfters etwas verwirrt. Mit der Zeit wurde die Zusammenhänge klarer und zum Ende hin fiel mir das Lesen deutlich leichter.

Die Geschichte ist sehr tiefgründig und teilweise wirklich schwere Kost. Einige Themen sind emotional und beschäftigen auch nach dem Lesen noch. Nicht so gut gefallen hat mir allerdings, dass an manchen Stellen mit Fiktionen gearbeitet wurde. Dadurch war für mich nicht immer ganz klar, was tatsächlich so passiert ist und was der Geschichte hinzugefügt oder verändert wurde. Die Autorin hat diese Textstellen zwar immer erklärt, dennoch fand ich es schwierig, diesen Teil der Geschichte herauszufiltern.

Die Auswirkungen von unausgesprochene Familiengeschichten fand ich interessant.

Insgesamt ein interessantes und nachdenkliches Buch, dass sicher nicht unbedingt leichte Lektüre ist. Man braucht etwas Zeit, um die Geschichte hinein zu kommen - aber gerade die Themen rund um Familie, Erinnerungen und das Ungesagte bleiben im Kopf.