Leerstellen füllen
In der Gegenwart stellt sich Mirabell im Rahmen ihrer Therapie die Frage, über die wir vermutlich viel zu selten nachdenken: Wer waren unsere Vorfahren als Menschen, abseits ihrer Rolle als Mutter, Großmutter etc.? Welche Gedanken bestimmten ihr Handeln, welche Probleme hielten sie nachts wach - und welche Auswirkungen hat all dies auf die nachfolgenden Generationen?
Die gleichen Fragen beschäftigten auch die Autorin dieses Buches und so ist dies eine interessante Mischung aus Ahnenforschung und quasi doppelter Fiktion: Die Autorin denkt sich diese Geschichten aus, genau wie Mirabell im Buch die Leerstellen in der Geschichte ihrer Vorfahrinnen selbst ausfüllt.
Im Ergebnis haben wir so vier Zeitebenen und Perspektiven, 1930, 1968, 1994 und 2023, vier Generationen von Frauen.
Während ich diese Struktur grundsätzlich sehr mochte, liegt hierin allerdings auch mein größter Kritikpunkt. Immer wieder springen wir zurück in die Gegenwart und lesen, wie sich Mirabell all das gerade Gelesene nur ausgedacht bzw. anhand grober Fakten erschlossen hat. Dies ist zwar irgendwie auch das Grundthema des Buches, mich hat es aber leider etwas auf Distanz gehalten und ich konnte weniger mit den Charakteren mitfühlen, da sie ja teilweise so nur eine Schöpfung von Mirabell waren. Es ist ein wenig paradox dies über einen Roman zu sagen und im Grunde mochte ich die Idee auch, jedoch wünschte ich, man wäre seltener "herausgerissen" worden.
Dabei ist dies vermutlich eigentlich gar nicht so schlecht, denn die behandelten Themen waren fast durchgängig recht düster und traurig.
Vererbte Traumata, toxische Beziehungen, Depressionen, sexuelle Gewalt, die damalige Rolle der Frau - dies ist wahrlich kein Buch für schlechte Tage oder um es mal eben am Stück wegzulesen.
Abseits davon öffnet es einem aber auch die Augen dafür, selbst mal über die eigenen Familienmitglieder als Menschen nachzudenken und vielleicht eigene Nachforschungen vorzunehmen.
Die gleichen Fragen beschäftigten auch die Autorin dieses Buches und so ist dies eine interessante Mischung aus Ahnenforschung und quasi doppelter Fiktion: Die Autorin denkt sich diese Geschichten aus, genau wie Mirabell im Buch die Leerstellen in der Geschichte ihrer Vorfahrinnen selbst ausfüllt.
Im Ergebnis haben wir so vier Zeitebenen und Perspektiven, 1930, 1968, 1994 und 2023, vier Generationen von Frauen.
Während ich diese Struktur grundsätzlich sehr mochte, liegt hierin allerdings auch mein größter Kritikpunkt. Immer wieder springen wir zurück in die Gegenwart und lesen, wie sich Mirabell all das gerade Gelesene nur ausgedacht bzw. anhand grober Fakten erschlossen hat. Dies ist zwar irgendwie auch das Grundthema des Buches, mich hat es aber leider etwas auf Distanz gehalten und ich konnte weniger mit den Charakteren mitfühlen, da sie ja teilweise so nur eine Schöpfung von Mirabell waren. Es ist ein wenig paradox dies über einen Roman zu sagen und im Grunde mochte ich die Idee auch, jedoch wünschte ich, man wäre seltener "herausgerissen" worden.
Dabei ist dies vermutlich eigentlich gar nicht so schlecht, denn die behandelten Themen waren fast durchgängig recht düster und traurig.
Vererbte Traumata, toxische Beziehungen, Depressionen, sexuelle Gewalt, die damalige Rolle der Frau - dies ist wahrlich kein Buch für schlechte Tage oder um es mal eben am Stück wegzulesen.
Abseits davon öffnet es einem aber auch die Augen dafür, selbst mal über die eigenen Familienmitglieder als Menschen nachzudenken und vielleicht eigene Nachforschungen vorzunehmen.