Literarische Wurzelarbeit
Vier Frauen aus der Familie von Mirabell werden in diesem Roman porträtiert: Zuerst Urgrossmutter Hannchen, die 1930 an einem Dorffest vergewaltigt wurde. Als gefallenes und schwangeres Mädchen bringt sie Grossmutter Lisa auf die Welt. Diese kämpfte zeitlebens mir der von ihr erwarteten Rolle als Vorzeigehausfrau und -mutter. Depression und zunehmende Suizidalität prägten ihr Leben. Ihrer Tochter Sabine fehlte es an Nestwärme und Mutterliebe. Sie geriet in eine toxische Beziehung mit einem klassischen Narzissten, häusliche Gewalt die Tagesordnung.
Somit sind wir bei der Tochter angelangt: Die 25-jährige Mirabell befindet sich in einer Lebenskrise und ist orientierungslos. Sie möchte die Familiengeschichte aufarbeiten, in der es zu viele Lücken und Fragezeichen gibt. Gerade ist sie bei einer Therapeutin in Behandlung, was natürlich passt. Denn viele Menschen, die zu Zyklusbrechern werden, landen erstmal dort: beim Psychiater oder Psychologen. (Ich würde Mirabell gerne sagen, wie gut sie es macht!)
Mit viel Gespür beschreibt die Autorin in angenehm kurzen Kapiteln aus wechselnder Perspektive die Lebenssituationen der vier Protagonistinnen. Dabei steigern sich in jedem Erzählstrang parallel Dramatik und Dringlichkeit. Eins fügt sich zum anderen und das Bild wird immer schärfer. In der Gesamtkomposition wird veranschaulicht, was passiert, wenn Schmerz verschwiegen, unterdrückt und im schlimmsten Fall sogar weitergegeben wird. Ich fand es ein sehr gelungenes Experiment, das die Autorin gemacht hat mit der ursprünglichen Absicht, die eigene Vergangenheit besser verstehen und ein Stück weit vielleicht sogar heilen zu können. Ob dies gelungen ist, vermag nur sie zu beantworten.
Somit sind wir bei der Tochter angelangt: Die 25-jährige Mirabell befindet sich in einer Lebenskrise und ist orientierungslos. Sie möchte die Familiengeschichte aufarbeiten, in der es zu viele Lücken und Fragezeichen gibt. Gerade ist sie bei einer Therapeutin in Behandlung, was natürlich passt. Denn viele Menschen, die zu Zyklusbrechern werden, landen erstmal dort: beim Psychiater oder Psychologen. (Ich würde Mirabell gerne sagen, wie gut sie es macht!)
Mit viel Gespür beschreibt die Autorin in angenehm kurzen Kapiteln aus wechselnder Perspektive die Lebenssituationen der vier Protagonistinnen. Dabei steigern sich in jedem Erzählstrang parallel Dramatik und Dringlichkeit. Eins fügt sich zum anderen und das Bild wird immer schärfer. In der Gesamtkomposition wird veranschaulicht, was passiert, wenn Schmerz verschwiegen, unterdrückt und im schlimmsten Fall sogar weitergegeben wird. Ich fand es ein sehr gelungenes Experiment, das die Autorin gemacht hat mit der ursprünglichen Absicht, die eigene Vergangenheit besser verstehen und ein Stück weit vielleicht sogar heilen zu können. Ob dies gelungen ist, vermag nur sie zu beantworten.