Über Generationen verbunden

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Bei „Über vier Leben“, dem Romandebüt von Pauline Hatcher, ist mir zunächst das Cover mit den auffälligen, fast neonfarbenen, Elementen ins Auge gestochen. Der Titel des Romans ist schon ziemlich aussagekräftig. Es geht um vier Generationen von Frauen und darum, ob und wenn ja, wie, Traumata über Generationen hinweg fortwirken können.

Mirabell, die Protagonistin der Gegenwart, ist 2023 25 Jahre alt und lebt seit einem Jahr in Leipzig. Sie tut sich aber sehr schwer damit, dort wirklich anzukommen, beruflich wie privat. Es fällt ihr schwer, neue Freundschaften zu knüpfen oder eine Beziehung einzugehen. Sie beginnt eine Therapie und versucht im Zusammenhang damit, auch mehr über ihre Familiengeschichte herauszufinden, was sich nicht ganz einfach gestaltet. Ihre Urgroßmutter bekam ihre Großmutter 1931 als ledige Mutter nach einer Vergewaltigung, gab das Kind an ihre Schwägerin ab und verschwand aus dem Leben der Tochter. Diese litt dann im Erwachsenenalter unter Depressionen, versuchte aber zugleich verbissen, die perfekte Hausfrau und Mutter für Mirabells Mutter Sabine zu sein. Und Sabine heiratete später, von Torschlusspanik getrieben, einen Mann, der ihr nicht gut tut.

Die Handlung springt teilweise innerhalb der gleichen Seite zwischen den vier verschiedenen Zeitebenen. Teilweise werden so auch Parallelen im Leben der vier Frauen deutlich. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, präzise ausgestaltete Bilder der vier Frauen zu schaffen, sodass man sich gut in sie und ihre jeweilige Situation hineinversetzen kann. Ihr Schreibstil ist dabei gut lesbar und sehr feinfühlig. Die Überschriften, die jede Zeitebene kennzeichnen, erleichtern die Orientierung. Auf jeden Fall handelt es sich hierbei um ein sehr lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.