Vier Geschichten ergeben eine Familiengeschichte

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evelynp. Avatar

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Schon die Leseprobe von Über vier Leben überzeugte mich, daher wunderte ich mich nicht dass ich in das Buch sofort eingetaucht bin und kaum aufhören konnte zu lesen. Der Autorin Pauline Hatscher gelingt es sofort vier ineinander verwobene Geschichten aufzumachen, denen man unbedingt weiter folgen möchte.
Das Cover fand ich leider nicht so ansprechend, daher freut es mich, dass die Geschichte überzeugt.
Eindrucksvoll werden vier Lebensausschnitte junger Frauen dargestellt, zusammen ergeben sie das Gesamtbild der Geschichte einer Familie. Die Frauen sind Hannchen, Lisa, Sabine und Mirabell wobei der Autorin ein besonderer Kniff gelingt, da Mirabell die Geschichte ihrer Vorfahrinnen erzählt um ihr eigenes Leben zu reflektieren. Dabei wird damit gespielt was ist wahr und was ist erfunden, aber was stimmt rein zufällig, da sich Fiktion und Wahrheit überschneiden. Eindrücklich wird dargestellt, wie die Lebensläufe aus vier verschiedenen Generationen unterschiedlich vom Patriarchat beeinflusst wurden. Die Männerfiguren kommen dabei allesamt nicht gut weg. Selbst der Ehemann von Lisa ist gefangen in seiner Sozialisation und schafft es nicht die richtigen Fragen zu stellen. Besonders beklemmend fand ich die Darstellung von Roland, Mirabells Vater. Zu gut kann ich mir eine solche Beziehingskonstellation auch heute noch vorstellen, da sie häufig zu beobachten sind.
An mancher Stelle ist das Buch sicher keine leichte Kost, dennoch ensteht ein fesselnder Lesefluss und ich empfehle dieses Buch gerne weiter.