Begehren und Macht
Ann-Christin Kumms Roman Ultramarin überzeugt bereits auf den ersten Blick durch seine stimmige Gestaltung. Das Cover wirkt atmosphärisch und zeigt eine Tiefe, die sich in der Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfigur Lou widerspiegelt.
Die Handlung entfaltet sich ruhig und bedacht, ohne vorschnell alles preiszugeben. Die Geschichte wird durch wechselnde Zeitebenen erzählt, wodurch sich die Vergangenheit nach und nach erschließt. Dieser Aufbau erzeugt Spannung und verlangt Aufmerksamkeit beim Lesen. Zu Beginn wird das Geschlecht von Lou nicht eindeutig benannt. Dieses stilistische Mittel unterstützt auf subtile Weise die Auseinandersetzung mit Queerness und Identität und regt dazu an, eigene Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Vor allem in Lous Gedankenwelt arbeitet Kumm mit kurzen, teils fragmentarischen Sätzen und aneinandergereihten Fragen, oftmals ohne Fragezeichen. Ihr Schreibstil lässt die Leser:innen nah an Lous innerem Erleben teilhaben, kann stellenweise aber auch fordernd sein.
Ein besonders spannender Aspekt ist das vielschichtige Zusammenspiel von Begehren und Macht. Zwischen den Figuren entstehen Dynamiken, die sich oft in Grauzonen bewegen. Nähe wirkt dabei nicht nur verbindend, sondern kann auch Einfluss und Abhängigkeit erzeugen. Gerade in Lous Wahrnehmung verschwimmen die Grenzen und Gefühle werden hinterfragt, Motive bleiben teils unklar. Das Thema Begehren wird nicht romantisiert, sondern als komplexe, mitunter auch verunsichernde Kraft dargestellt, die eng mit Fragen nach Selbstbestimmung und Identität verknüpft ist.
Die Handlung entfaltet sich ruhig und bedacht, ohne vorschnell alles preiszugeben. Die Geschichte wird durch wechselnde Zeitebenen erzählt, wodurch sich die Vergangenheit nach und nach erschließt. Dieser Aufbau erzeugt Spannung und verlangt Aufmerksamkeit beim Lesen. Zu Beginn wird das Geschlecht von Lou nicht eindeutig benannt. Dieses stilistische Mittel unterstützt auf subtile Weise die Auseinandersetzung mit Queerness und Identität und regt dazu an, eigene Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Vor allem in Lous Gedankenwelt arbeitet Kumm mit kurzen, teils fragmentarischen Sätzen und aneinandergereihten Fragen, oftmals ohne Fragezeichen. Ihr Schreibstil lässt die Leser:innen nah an Lous innerem Erleben teilhaben, kann stellenweise aber auch fordernd sein.
Ein besonders spannender Aspekt ist das vielschichtige Zusammenspiel von Begehren und Macht. Zwischen den Figuren entstehen Dynamiken, die sich oft in Grauzonen bewegen. Nähe wirkt dabei nicht nur verbindend, sondern kann auch Einfluss und Abhängigkeit erzeugen. Gerade in Lous Wahrnehmung verschwimmen die Grenzen und Gefühle werden hinterfragt, Motive bleiben teils unklar. Das Thema Begehren wird nicht romantisiert, sondern als komplexe, mitunter auch verunsichernde Kraft dargestellt, die eng mit Fragen nach Selbstbestimmung und Identität verknüpft ist.