Beziehungskarussell
Bereits zu Schulzeiten lernt Lou die Geschwister Raf und Sophie kennen. Sie nehmen sich seiner an, und der unsichere, einsame Junge ist ihnen von da an treu ergeben. Auch nun, im Erwachsenenalter, hat sich daran nichts geändert. Noch immer ist Lou vor allem auf Raf fixiert, begehrt ihn und ist Spielball von dessen Launen, erträgt es, von ihm weggestoßen und dann wieder herbeigerufen zu werden. Ein Urlaub mit Raf und einer Freundin namens Nora lässt dieses komplizierte Beziehungsgeflecht neue Dimensionen annehmen...
"Er wusste, ich war nichts mehr ohne ihn. Ein Stück Holz, angespült von der dänischen Küste. Warum war er hinausgeschwommen. Hatte mich zurückgelassen, wie konnte er mir das antun."
Dieses Zitat aus dem Buch ist sowohl in inhaltlicher als auch in stilistischer Hinsicht charakteristisch für das ganze Werk.
Lou ist Raf fast schon hörig, sein ganzes Denken und Fühlen dreht sich um ihn. Er verbringt seine Zeit damit, auf Zuwendung und Zuneigungsbekundungen von Raf zu warten, und leidet, wenn Raf ungeniert mit jemand anderem intim ist. Lou ist ein sensibler, schwacher Charakter, dem das Selbstvertrauen fehlt. Die Autorin schafft es hervorragend, Lou, Raf, diesen dominanten Charakter, der sich nimmt, was ihm gefällt und Menschen zu manipulieren weiß, sowie seine Schwester Sophie, die als Mittelstück dient, zu charakterisieren. Beim Lesen macht es regelrecht betroffen, in diese menschlichen Abgründe zu blicken.
Auch der Stil des Buches ist bemerkenswert. Unaufgeregt, Gespräche werden ohne Anführungszeichen in den Text eingeflochten. Ein Großteil des Textes besteht aus Fragen, die allermeisten davon ohne Fragezeichen, sodass bei mir beim Lesen der Eindruck entstand, Lou denkt ständig über fundamentale und existenzielle Fragen nach, ohne eine wirkliche Antwort zu suchen. Seine Gedanken fließen einfach dahin.
Das Ende ist schockierend und brutal in seiner plötzlichen Klarheit.
Ein meisterhaftes Buch über die vielen Verwicklungen und Verflechtungen ungesunder menschlicher Beziehungen.
"Er wusste, ich war nichts mehr ohne ihn. Ein Stück Holz, angespült von der dänischen Küste. Warum war er hinausgeschwommen. Hatte mich zurückgelassen, wie konnte er mir das antun."
Dieses Zitat aus dem Buch ist sowohl in inhaltlicher als auch in stilistischer Hinsicht charakteristisch für das ganze Werk.
Lou ist Raf fast schon hörig, sein ganzes Denken und Fühlen dreht sich um ihn. Er verbringt seine Zeit damit, auf Zuwendung und Zuneigungsbekundungen von Raf zu warten, und leidet, wenn Raf ungeniert mit jemand anderem intim ist. Lou ist ein sensibler, schwacher Charakter, dem das Selbstvertrauen fehlt. Die Autorin schafft es hervorragend, Lou, Raf, diesen dominanten Charakter, der sich nimmt, was ihm gefällt und Menschen zu manipulieren weiß, sowie seine Schwester Sophie, die als Mittelstück dient, zu charakterisieren. Beim Lesen macht es regelrecht betroffen, in diese menschlichen Abgründe zu blicken.
Auch der Stil des Buches ist bemerkenswert. Unaufgeregt, Gespräche werden ohne Anführungszeichen in den Text eingeflochten. Ein Großteil des Textes besteht aus Fragen, die allermeisten davon ohne Fragezeichen, sodass bei mir beim Lesen der Eindruck entstand, Lou denkt ständig über fundamentale und existenzielle Fragen nach, ohne eine wirkliche Antwort zu suchen. Seine Gedanken fließen einfach dahin.
Das Ende ist schockierend und brutal in seiner plötzlichen Klarheit.
Ein meisterhaftes Buch über die vielen Verwicklungen und Verflechtungen ungesunder menschlicher Beziehungen.