Ein Sog

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flinteratur Avatar

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Dieses Buch hat mich in einen Sog gezogen, aus dem ich auch nach dem Lesen nur schwer wieder raus kam. Und trotzdem habe ich mir irgendwie mehr erwartet. Die Thematik super interessant: Lou verbringt gemeinsam mit seinem Freund Raf Zeit an der dänischen Küste. Die enge Verbindung der beiden wird auf die Probe gestellt, als Nora zu ihnen stößt. Während sich die Beziehungen zwischen den drei verändern, treten verdrängte Erinnerungen und ungelöste Konflikte auf. Queere Perspektiven, Macht und Begehren, toxische Beziehungsdynamiken. Das klang für mich erstmal viel versprechend. Auf gewisse Weise war es das auch, durch die bedrückende und sich immer mehr hochschaukelnde Stimmung wird man eben direkt mitgezogen, aber am Ende war ich doch etwas enttäuscht über die Charakter-Zeichnungen und Entwicklungen die insgesamt doch eher flach waren. Normalerweise habe ich immer eine recht klare Tendenz, wie viel Sterne ich vergebe, doch hier habe ich mich irgendwie schwer getan. Ein großes Plus ist die sehr atmosphärische und wirksame Sprache, die die Lesenden direkt mitzieht und die bedrückende Stimmung sehr stark projiziert. Handlung und Charakterentwicklungen hätten aber meiner Meinung nach mehr Potential gehabt.