Gefährliches Spiel

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lara2505 Avatar

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Das Cover gefällt mir sehr und ist passend zum Schauplatz perfekt gewählt, ich kann mir die Kulisse, einen schönen Urlaubsort an der dänischen Küste sehr gut bildlich vorstellen, das lässt anfangs direkt ein wenig Harmonie und Erholung aufkommen, ist jedoch trügerisch.
Es handelt sich um den Debutroman der Autorin Ann-Christin Kumm, mit nicht allzu vielen Seiten, dafür umso wuchtigerem Inhalt. Erzählt wird in Ich-Form, das wirkt manches Mal etwas einseitig und hätte ein anderer Erzählstil vielleicht gutgetan, sodass mehr Einblicke in die Denkweise der anderen handelnden Personen gegeben wäre. Vielleicht auch dadurch war für mich nicht immer alles nachvollziehbar.
Die drei Hauptcharaktere Raf & Lou und zusätzlich Nora sowie als inaktive Protagonistin auch Sophie, Raf`s Schwester sind extrem negativ besetzt, ich kann mit keiner Figur wirklich warm werden, sie sind direkt unsympathisch, aber vermutlich ist das auch so beabsichtigt.
Die dynamische Beziehungs- Dreiecksgeschichte erzählt von Abhängigkeit, Untergebenheit, Machtspielen und sehr vielen toxischen und zerstörerischen Emotionen. Beim Lesen wurde mir das ein oder andere Mal sehr mulmig, so stark waren diese negativen Gefühle spürbar. Sehr ausdrucksstark und bildhaft geschrieben, gerne hätte ich mich manches Mal eingebracht.
Ich habe mir nicht ganz leicht getan beim Lesen, habe mir jedoch vor Augen geführt, dass es sich hier um einen Gegenwartsroman handelt, der eine seit Menschengedenken vorkommenden Problematik behandelt und fand dieses Buch am Ende definitiv lesenswert.