Manipulativ und narzisstisch

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fibelleser Avatar

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Das Romandebüt von Ann - Christin Kumm „Ultramarin“ hat mich überzeugt, den kurzen Prolog hätte ich nicht gebraucht. Für mich wurde dadurch der Spannungsbogen schon etwas abgeflacht.
Sie schreibt in ihrem Buch über die Beziehung von Lou und Raf. Die beiden kennen sich schon sehr lange und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Lou kann vor lauter Liebe zu Raf kaum noch eigenständig denken und handeln. Lou braucht das Gefühl, von Raf bemerkt und geliebt zu werden. Dabei erkennt er das nazisstische und toxische Verhalten seines Freundes nicht. Raf hat eine Schwester. Sophie ist mit den beiden schon oft im Urlaub gewesen, aber in diesem Jahr sagt sie kurzfristig ab und so fährt nur ihre Freundin Nora mit. Lou ist von Anfang an nicht begeistert, er findet Nora stört nur.
Kumm erzählt abwechselnd über den aktuellen Urlaub und unterbricht ihre Darstellung immer wieder durch Rückblenden. Diese sind zwar nicht chronologisch geordnet, aber das trägt zum Spannungsaufbau bei. Das Romanende ist anders als erwartet und lässt den Leser mit vielen offenen Fragen zurück.