Spannung mit kleinen Schwächen

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anna.liest Avatar

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"Ultramarin" beginnt mit einer intensiven und vielversprechenden Atmosphäre. Das Setting an der dänischen Küste und die Einblicke in Lous Gedankenwelt lassen früh erkennen, dass sich die Geschichte um Macht, Abhängigkeit und unausgesprochene Gefühle dreht. Besonders die Beziehung zwischen Lou und Raf sorgt von Anfang an für eine spürbare Spannung.

Durch Rückblenden erfährt man nach und nach mehr über ihre Beziehung – vom ersten Kennenlernen bis zu den Momenten, in denen Rafs kontrollierendes Verhalten immer deutlicher wird. Diese Perspektivwechsel geben der Geschichte zwar Tiefe, wirken später aber stellenweise etwas unklar, da vieles nur angedeutet bleibt.
Dann taucht Nora auf und die Dynamik verändert sich was neue Spannung reinbringt.

Trotzdem verliert die Geschichte im Verlauf etwas an Stärke, sodass das Ende nicht ganz die Wirkung entfaltet, die der Anfang verspricht.
Insgesamt zeigt Ann-Christin Kumm ein gutes Gespür für komplexe Beziehungen, auch wenn nicht alle Ansätze vollständig ausgearbeitet wirken.