Subtil und atmosphärisch erzähltes psychologisches Drama

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jules&jude Avatar

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Mit "Ultramarin" legt Ann-Christin Kumm einen atmosphärisch dichten Roman vor, der leise beginnt und sich zunehmend zu einem intensiven psychologischen Drama entfaltet. Kumm zeigt hierbei ein feines Gespür für unausgesprochene Emotionen.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Lou erzählt, dessen Erinnerungen aus der Vergangenheit geschickt mit den Erlebnissen in der Gegenwart verwoben sind. So entsteht ein vielschichtiges Bild eines jungen Mannes, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Liebe und Kontrolle, Vertrauen und Angst gefangen ist.

Mit der Figur Nora bringt die Autorin eine neue Dynamik ins Spiel: Sie sorgt für Unruhe, verschiebt Beziehungen und gibt der Geschichte einen unerwarteten Dreh. Auch wenn nicht jedes Detail bis ins Letzte erklärt wird, bleibt gerade dieses Geheimnisvolle ein Teil des Reizes.
Der Roman arbeitet stark mit Andeutungen und Zwischentönen, was zwar den psychologischen Aspekt betont und Raum für eigene Deutungen eröffnet, manchmal aber zu viel ungesagt lässt und so für Verwirrung sorgt.

Am Ende bleibt das Gefühl, einen Roman gelesen zu haben, der durch seine subtile Spannung überzeugt.
"Ultramarin" ist ein feinfühliger Spannungsroman über Macht und Liebe – eindringlich und atmosphärisch bis zur letzten Seite.