Toxisch

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fredhel Avatar

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Das Cover dieses Buches ist sehr schön gestaltet und korrespondiert hervorragend mit dem Titel, da es direkt auf jene Schlüsselszene verweist, die letztlich alles entlarvt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Heranwachsende Lou, der vollkommen auf den schönen und wohlhabenden Raf fixiert ist. Gemeinsam mit dessen Schwester Sophie bilden die drei ein unzertrennliches Kleeblatt, das selbst nach der Schulzeit eine Wohngemeinschaft gründet.

Doch die Beziehung zwischen den beiden jungen Männern ist keineswegs ausgewogen, sondern von einer absolut toxischen Dynamik geprägt. Raf erweist sich als manipulativer Machtmensch, der andere rücksichtslos benutzt und demütigt. Dies offenbart sich schleichend im Verlauf der Geschichte, die ihren Fokus vor allem auf die gemeinsamen Urlaube richtet. Insbesondere die letzte Reise führt die zwischenmenschliche Schieflage drastisch vor Augen, da Sophie sich dieses Mal ausgeklinkt hat und stattdessen eine Freundin mitfährt. Die Situation eskaliert. Dies geschieht jedoch nicht zum ersten Mal, wie sich dem Leser, und schrittweise auch Lou selbst, durch geschickt eingeflochtene Rückblicke erschließt.

Der Roman wird in einem bemerkenswert ruhigen, unaufgeregten Ton erzählt, wodurch der Blick in diese tiefen menschlichen Abgründe umso intensiver wirkt. Beim Lesen fragt man sich unwillkürlich, warum ein Mensch eine solche Behandlung toleriert. Da die Erzählung jedoch gleichzeitig die prägenden Hintergründe der Elternhäuser beleuchtet, lassen sich die psychologischen Zusammenhänge schlüssig nachvollziehen. Ein tiefgründiges, feinsinniges Buch, das mich in seinen Bann gezogen hat und für das ich sehr gerne fünf Sterne vergebe.