ultramarin und ultratoxisch

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
tuesennuyeux Avatar

Von

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders begeistert hat mich der Schreibstil, denn die verwendeten Wörter sind simpel und die Sätze kurz, aber sie haben Wucht. Was mich allerdings ein wenig gestört hat, war, dass keine Anführungszeichen verwendet wurden, wodurch man allerdings quasi gezwungen wird, sich stärker auf den Text zu konzentrieren. Es hatte also auch etwas Gutes, und sobald ich daran gewöhnt war, ist es mich auch gar nicht mehr als störend aufgefallen. (Die fehlenden Anführungszeichen haben den Text nicht unverständlich gemacht, aber ich bin im Allgemeinen einfach kein Fan davon.) Außerdem hat mir der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen. Die Kapitel spielen immer einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit, und die verschiedenen Handlungsstränge sind wirklich meisterhaft miteinander verwoben, sodass man nicht nur eine spannende Geschichte liest, sondern das Buch auch wirklich spannend wird. Und natürlich lernt man dadurch die Charaktere, über einige Jahre ihres Lebens, intensiv kennen, und erlebt die, alles andere als harmonischen, Dynamiken mit ihnen mit. Ann-Christin Kumm hat es meiner Meinung nach sehr gut geschafft die Gedankengänge des Hauptcharakters Lou darzustellen, so dass sie in sich Sinn ergeben, und gleichzeitig aber immer wieder auf unterschwellige Art aufgezeigt, wie verkehrt sie doch sind.
Alles in allem würde ich das Buch also auf jeden Fall weiterempfehlen, sofern einen die erste Seite nicht abschreckt, denn die Handlung ist definitiv, hauptsächlich, aber nicht nur, auf emotionaler Ebene, düster.