Unterwürfiges Begehren trifft auf skrupellose Dominanz

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
herbstrose Avatar

Von

Seit frühester Jugend verbrachten die Geschwister Raf und Sophie ihren Sommerurlaub zusammen mit Lou. Dieses Jahr soll es an die dänische Küste gehen, in das Ferienhaus von Raf und Sophies Eltern – doch anstatt Sophie fährt diesmal ihre Freundin Nora mit. Lou, der in Raf verliebt ist und ihn begehrt, befürchtet, dieser könnte sich Nora zuwenden – was dann auch eintritt. Was ein unbeschwerter Urlaub werden sollte wird plötzlich zur bedrückenden Situation. Raf treibt ein perfides Spiel zwischen den beiden, nützt Lous Zuneigung skrupellos aus und demütigt ihn, indem er ihn mit Nora betrügt. Dann, eines Tages ist Nora plötzlich verschwunden, abgereist ohne sich zu verabschieden. Lou hofft, dass sich jetzt das Verhältnis zwischen ihm und Raf bessern wird …
Ann-Christin Kumm lebt in Berlin und arbeitet, neben Roman schreiben, als Gärtnerin. „Ultramarin“ (2026 – Hanser-Verlag) ist ihr Debütroman.
Mit diesem Buch ist der Autorin ein interessantes Debüt über eine toxische Beziehung zwischen zwei jungen Männern gelungen. Die Erzählweise ist ruhig und unaufgeregt, ganz im Gegensatz zum Inhalt. Schon früh merkt man, dass hier etwas nicht stimmt und grandios falsch läuft. Die Stimmung ist durchweg negativ, eine ungute Szene reiht sich an die nächste. Die Charaktere sind zwar sehr unterschiedlich geformt, aber alle durchweg unsympathisch. Man ist bestürzt und entsetzt, die Abgründe menschlichen Verhaltens mit zu erleben und hofft auf ein gutes Ende. Doch weit gefehlt, dies kommt abrupt, macht betroffen und schockiert.
Fazit: Ein interessantes Debüt - jedoch keine erbauliche Lektüre, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird.