Zwischen Atmosphäre und Leere
Ann-Christin Kumms Roman Ultramarin verspricht eine intensive, psychologisch aufgeladene Sommergeschichte, ließ mich beim Lesen jedoch überraschend distanziert zurück. Zwar gelingt es der Autorin, eine dichte, beinahe flirrende Atmosphäre zu erzeugen, doch die Handlung verliert sich für meinen Geschmack zu häufig in Andeutungen und Stimmungen. Die Figuren bleiben lange schwer greifbar und entwickeln nur begrenzt emotionale Tiefe, sodass es mir schwerfiel, wirklich mit ihnen mitzugehen. Auch die Dynamiken zwischen den Charakteren wirken stellenweise konstruiert statt organisch. Sprachlich ist der Roman durchaus fein gearbeitet, doch die erzählerische Spannung blieb für mich hinter den Erwartungen zurück. Am Ende überwog der Eindruck einer stilistisch ambitionierten, aber inhaltlich wenig fesselnden Geschichte.