Richtig emotional

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sarahbooklove Avatar

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Schon auf den ersten Blick macht „Und alles zerbricht“ klar, dass es keine leichte Geschichte werden will. Das rosafarbene Cover mit seinen Papierherzen wirkt zunächst sanft und verspielt, beinahe süß – doch das Zerbrochene darin verrät, dass hinter der sommerlich wirkenden Oberfläche mehr steckt. Titel, Buchschnitt und Gestaltung deuten auf große Gefühle, Herzschmerz und Drama hin.

Inhaltlich richtet sich das Buch klar an eine jüngere Zielgruppe ab etwa 16 Jahren. Freundschaften, erste Liebe, ausgelassene Sommertage mit Wasserpartys und Kissenschlachten – all das ist typisch Young Adult.

Ich hatte beim Lesen schnell das Gefühl, direkt in Milas Welt hineingezogen zu werden. Alles fühlt sich leicht, warm und jugendlich an, während gleichzeitig unterschwellig diese Ahnung mitschwingt, dass etwas zerbrechen wird. Genau dieses leise Ziehen im Bauch macht den Reiz der Geschichte aus.

Mila ist eine Protagonistin, die sofort nahbar wirkt. Ihre Gedanken, Unsicherheiten und Gefühle sind glaubwürdig und erinnern stark an die eigene Jugend: das Verliebtsein, die Angst vor Veränderung, das Festhalten an Momenten, die sich eigentlich nicht festhalten lassen.

Besonders berührt hat mich die Freundschaft zwischen Mila und Juno. Sie wirkt nicht idealisiert, sondern ehrlich, manchmal schmerzhaft, aber voller Halt und Nähe. Man spürt, wie tief ihre Verbindung ist – und wie weh es tut, wenn sich Lebenswege langsam auseinanderbewegen.

Auch der Schreibstil von Maxine Reuker trägt viel zur Wirkung bei. Er ist einfühlsam, emotional und gleichzeitig sehr packend. Schon der Prolog sorgt für Gänsehaut. Der Spannungsaufbau funktioniert vor allem deshalb so gut, weil man bereits ahnt, dass auf Mila ein harter innerer Kampf wartet. Die Inhaltsangabe nimmt diese Schwere vorweg und lässt die zarte Liebesgeschichte von Anfang an unter einem dunkleren Schatten stehen.

Besonders neugierig macht die Figur Nicolas, über den man unbedingt mehr erfahren möchte. Gleichzeitig stellt sich die zentrale Frage, wie Mila es schaffen kann, sich aus der gefährlichen Spirale ihrer Essstörung zu befreien. Das Thema mentale Gesundheit bei Jugendlichen wird, schon in der Leseprobe, sensibel aufgegriffen und verleiht der Geschichte eine wichtige Tiefe. Hinter all den sommerlichen Momenten steckt eine starke Botschaft über Selbstliebe, Mut und das Erwachsenwerden.

Die Leseprobe konnte mich fesseln und macht mich neugierig auf den Rest der Geschichte. Schon jetzt wurde es emotional und ich denke, dass da im laufe der Handlung noch einiges an Schmerz aber hoffentlich auch Hoffnung und Heilung auf uns zu kommen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies ein Buch ist, welches im Kopf bleibt und nach hallt. Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf, weiterzulesen.