Spannend

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resa417 Avatar

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Deine Geschichte klingt nach einem emotional intensiven und zugleich sehr aktuellen Jugendroman, der wichtige Themen sensibel miteinander verbindet. Besonders gelungen finde ich, dass Milas Essstörung nicht isoliert entsteht, sondern aus einem Gefühl von Verlust, Einsamkeit und Überforderung heraus. Der Umzug nach Zürich und die Trennung von ihrer besten Freundin Juno bilden einen glaubwürdigen Auslöser – viele Jugendliche können sich mit diesem Gefühl des „Aus-der-Bahn-Geworfen-Werdens“ identifizieren.

Stark wirkt auch, dass du den Weg in die Essstörung als schleichende Spirale beschreibst. Das macht die Entwicklung realistisch und zeigt, wie schnell Troststrategien gefährlich werden können. Die Klinik am Clarisee bietet dabei einen spannenden Kontrast: Einerseits steht sie für Tiefpunkt und Kontrollverlust, andererseits für einen möglichen Neuanfang.

Die Figur Nicolas bringt eine zusätzliche emotionale Spannung hinein. Die mysteriöse, verbotene Liebe verspricht Drama und große Gefühle – wichtig wäre hier, dass die Liebesgeschichte Milas innere Entwicklung unterstützt und nicht romantisiert, was eigentlich destruktiv ist. Wenn Nicolas selbst ein Geheimnis trägt, könnte das die Themen Identität, Selbstbild und Wahrheit noch vertiefen.

Insgesamt wirkt die Geschichte berührend, dramatisch und sehr nah an der Lebensrealität junger Menschen. Besonders stark ist das Zusammenspiel von psychischer Gesundheit und erster Liebe. Wenn die Essstörung sensibel und verantwortungsvoll dargestellt wird, kann der Roman nicht nur spannend, sondern auch aufklärend und bewegend sein.