Vielversprechend!

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Schon die ersten Seiten von Und alles zerbricht haben mich überrascht. Das Cover wirkt auf den ersten Blick sehr weich und fast verspielt, ziemlich rosafarben und leicht. Gerade deshalb hätte ich zunächst eine eher typische, vielleicht sogar etwas fluffige Sommergeschichte erwartet. Stattdessen merkt man schnell, dass unter dieser zarten Oberfläche deutlich ernstere Themen liegen.

Der Einstieg fühlt sich zunächst unbeschwert an. Mila und Juno sind beste Freundinnen seit Kindertagen, und ihre Dynamik wirkt authentisch und vertraut. Ihre Gespräche sind witzig, direkt und genau so, wie man sich eine langjährige Freundschaft vorstellt. Diese Leichtigkeit gibt der Geschichte etwas Warmes, fast Sommerliches. Gleichzeitig schwingt von Anfang an ein Gefühl mit, dass sich etwas verändern wird.

Besonders neugierig macht die Nachricht von Milas Mutter, dass ihre Eltern mit ihr sprechen müssen. Diese Andeutung erzeugt sofort Spannung. Man fragt sich automatisch, was dahintersteckt und wie sehr es Milas Leben beeinflussen wird. Genau hier beginnt die Geschichte, mehr Tiefe zu entwickeln.

Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Er ist zugänglich und locker, aber trotzdem emotional genug, um die ernsteren Aspekte nicht zu verharmlosen. Gerade das Thema Essstörungen ist sensibel und wichtig, besonders im Jugendbuchbereich. In der Leseprobe wirkt es so, als würde die Autorin dieses Thema nicht nur anreißen, sondern wirklich ernst nehmen und differenziert darstellen. Das hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen.

Insgesamt wirkt das Buch wie eine Mischung aus Freundschaftsgeschichte, erster Liebe und dem schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens. Es scheint ein Auftakt zu sein, der zwar mit Leichtigkeit beginnt, aber nicht davor zurückschreckt, schwierige Themen aufzugreifen. Für mich macht genau dieser Kontrast zwischen dem zarten Äußeren und dem inhaltlichen Gewicht die Geschichte besonders spannend.