Beeindruckend realistische Darstellung einer Essstörung

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quilla3 Avatar

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Vorab: Bei Problemen mit dem Essen und dem Gewicht sollte man zuvor die Triggerwarnung durchlesen. Auch bin ich nicht sicher, inwieweit sich dieses Buch wirklich für Jugendliche eignet, die ja häufig ohnehin in einer sensiblen Phase in Bezug auf ihre Figur stecken.

Was mich persönlich angeht, so bin ich etwas holprig gestartet. Manche Dialoge und Formulierungen kamen mir etwas umständlich und konstruiert vor, manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehbar. Ich bin froh, dass ich wegen der Empfehlung einer Freundin trotzdem weiter gelesen habe.

Den Klappentext finde ich irreführend. Hier steht nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, wie angedeutet, sondern tatsächlich Milas Belastung und ihr Weg in die Essstörung. Ich bin selbst Psychotherapeutin und war wirklich tief beeindruckt davon, wie realistisch die Autorin die Essstörung, vor allem auch die Körperwahrnehmungsstörung und die Hartnäckigkeit dieser Erkrankung dargestellt hat. Man merkt, dass sie selbst Erfahrung mit dieser gefährlichen Störung hat.

Insgesamt fand ich die Charaktere sehr liebevoll gezeichnet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Milas Unsicherheit und Ambivalenz waren für mich deutlich spürbar.

Am Ende fand ich den Schreibstil dann wieder etwas holprig, die Liebesgeschichte kitschig und das Tempo zu hoch. Außerdem wurde schnell noch etwas Drama hineingebaut, das hätte ich persönlich nicht gebraucht. Aber so ist das Ende offen geblieben und man kann gespannt auf die Fortsetzung sein.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für das Thema sensibilisieren möchten und generell an Mental Health-Themen interessiert sind. Bei eigenen Problemen mit der Figur und dem Essen würde ich hingegen gut abwägen, ob die Lektüre das Richtige für mich ist.