Ein junges Mädchen und viele Probleme

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chabli Avatar

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Mila und ihre beste Freundin Juno sind seit ihrer Geburt unzertrennlich. In der Schule läuft es gut und sie hat ein wunderbares Verhältnis zu ihren Eltern. Mila führt einfach das perfekte Leben. Bis ihre Seifenblase zerplatzt. Aus beruflichen Gründen muss ihre Familie von Berlin in die 800km entfernte Schweiz ziehen. Für Mila, die noch nie Hürden alleine nehmen musste, sondern immer Unterstützung von allen Seiten bekam, bricht eine Welt zusammen. Aus Einsamkeit und Trauer stürtzt sie sich in eine gefährliche Spirale, die ihr zum Verhängnis werden könnte.

Während der ersten beiden Kapitel habe ich tatsächlich überlegt, das Buch abzubrechen. Ich fand es furchtbar anstrengend und der Schreibstil hat mich auch eher an eine Fanfiction erinnert. Welche 15-Jährige steht sonntagmorgens auf und macht ganz spontan mit ihrer ganzen Familie eine Kissen- und danach Wasserschlacht?

Ab dem Umzug hab ich nur noch daran gedacht, was für eine verwöhnte Göre Mila doch ist. Wie kann man sich so anstellen und der Mutter, die einmal ihre eigene Karriere vorantreiben möchte, so viel Missgunst entgegenbringen? Ihre Eltern reißen sich Beine aus, um Milas Leben so schön wie möglich zu gestalten und sie tritt alles mit Füßen! Ok, sie ist ein Teenager und wird aus ihrem Umfeld gerissen. Ok, ihre Mutter hätte die Pläne mit der Familie durchsprechen können, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Aber darf man von einem Mädchen in diesem Alter nicht ein gewisses Maß an Vernunft und Einsicht erwarten?

Im späteren Verlauf des Buches wurde Mila mir dann sympathischer und ich habe immer mehr mit ihr und ihrem Schicksal mitgefühlt. Sie tat mir so unfassbar Leid.

Ich bin selbst keine Betroffene einer Essstörung und kenne auch niemanden, der damit zu kämpfen hat / hatte, aber ich glaube, dass Mädchen und junge Frauen hier gut mitfühlen können. Ich hatte den Eindruck, es ist authentisch geschrieben und es liegt viel Recherche zugrunde. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob man solche Literatur vielleicht in den Unterrichtsstoff aufnehmen könnte, um Jugrendlichen so behutsam an das Thema heranzuführen.

Obwohl es nicht Liebe auf den ersten Blick war, hat mir das Buch dann doch gefallen und ich werde mir sicher auch den nächsten Band holen, weil ich sehr gerne wissen möchte, wie es weitergeht.