Ein wichtiges Thema, aber ein gemischter Eindruck

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Triggerwarnung: Essstörung

Die Geschichte von Mila ist alles andere als leicht: Durch einen plötzlichen Umzug verliert sie den Kontakt zu ihren engsten Freunden, während ihre Eltern selbst mit eigenen Problemen beschäftigt sind und kaum für sie da sind. In dieser Einsamkeit rutscht Mila immer tiefer in eine Essstörung.

Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Besonders die wechselnden Erzählperspektiven sind gelungen und geben einen intensiven Einblick in die Gedankenwelt der Figuren. Die Autorin schafft es eindrucksvoll, auf das Thema Essstörungen aufmerksam zu machen und schildert sehr detailliert, welche Gedankengänge Betroffene haben könnten – das wirkt authentisch und berührend.

Kritisch sehe ich allerdings die Liebesgeschichte: Mila verliebt sich in einen Mitarbeiter. Nicolas wird zwar als sehr lieb und einfühlsam dargestellt, dennoch wirkt diese Beziehung auf mich unprofessionell und teilweise unpassend. Gerade in einer so verletzlichen Situation könnte eine solche Dynamik problematisch sein und birgt aus meiner Sicht ein gewisses Risiko, da junge Menschen ausgenutzt werden könnten.

Außerdem hat mir das offene Ende nicht gefallen. Zwar ist es offensichtlich als Cliffhanger für den zweiten Teil gedacht, dennoch hat es bei mir eher Frust als Spannung ausgelöst.