Super Umgang
In Milas Leben steht eine große Veränderung bevor. Mit dieser kommt sie nicht so gut klar. Das bringt sie auch zum Ausdruck, allerdings zieht das schwerwiegende Folge mit sich, die zwar rechtzeitig ans Licht kommen, dennoch schon viel Schaden angerichtet haben. Zu alledem kommt dann noch Nicolas hinzu.
Maxine Reukler hat mit "Und alles zerbricht" einen Roman geschaffen, der nicht nur unterhält, sondern auch eine Essstörung auf die sensibelste und gleichzeitig realistische Weise darstellt.
Zu Beginn ist das Buch ein klassischer zeitgenössischer Roman. Die Protagonisten erzählen von ihrem Alltag. Dieser wird durch ein Ereignis aus der Bahn geworfen. Sie müssen damit umgehen und versuche eine Lösung zu finden. An dieser Stelle unterscheidet sich der Roman aber von den meisten, denn wir begleiten die Protagonistin, wie sie eine Essstörung entwickelt.
Ich finde, dass das super umgesetzt wurde. Man merkt das die Autorin wirklich Ahnung hat, wovon sie spricht. Ich fand es auch sehr erschreckend, wie einfach sich diese Krankheit entwickeln kann. Und vor allem, wie unbemerkt sie sich in den Alltag einschleicht.
Das Porträt des inneren Monologes ist durchgehend Meisterklasse. Man kann dem Gedankengang folgen, dennoch erkennt man die spontanen Eingebungen, die einen realistischen Denkprozess darstellen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dieser Roman die Meisterklasse der Gradwanderung zwischen Aufklärung und Unterhaltung ist. Es gibt keinen Moment, indem man sich denkt: "Ok, dass steht jetzt hier, weil ich über die Krankheit aufgeklärt werde.". Genauso wenig fühlt es sich so an, als ob der Umgang mit dem Thema unsensibel oder gar falsche Darstellung ist.
Eindeutig 5 von 5 Sternen.