Triggergefahr groß
„Und alles zerbricht“ von Maxine Reuker ist ein emotionaler und schonungslos offener Roman, der sich mit Essstörungen, Einsamkeit und dem Zerbrechen am eigenen Selbstbild auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht die junge Protagonistin Mila, die nach einem Umzug zunehmend den Halt verliert und beginnt, Kontrolle über ihr Leben durch Kontrolle über ihr Essverhalten auszuüben. Was zunächst wie ein schleichender Prozess wirkt, entwickelt sich immer weiter zu einer gefährlichen Spirale, die sie letztlich in eine Klinik führt.
Der Schreibstil ist sehr nah, sehr intensiv und stark auf Milas Gedankenwelt fokussiert. Genau das macht das Buch einerseits so eindringlich, man spürt ihre Verzweiflung, ihren inneren Druck, ihren Wunsch nach Kontrolle und Anerkennung. Andererseits liegt hier auch der für mich kritischste Punkt des Romans. Die Essstörung wird teilweise so detailliert beschrieben: Gedankengänge, Strategien, Rechtfertigungen, dass es für Betroffene oder gefährdete Leser:innen extrem triggernd sein kann. Das Buch will vermutlich aufklären und sensibilisieren, doch durch die sehr unmittelbare Perspektive verschwimmen stellenweise die Grenzen zwischen kritischer Darstellung und potenziell gefährlicher Detailtiefe.
Neben dem zentralen Thema der Essstörung geht es in dem Buch auch um die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Mila erlebt. Freunde, Familienmitglieder, Klinikpersonal – sie alle spiegeln unterschiedliche Reaktionen auf Milas Wandel wider. Die vorkommende Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz mitreißen, die Anziehung war für mich nicht schlüssig und die Entwicklung der Beziehung nicht wie erhofft, anders betrachtet aber auch passend zur Geschichte. Trotzdem muss man sagen: Emotional trifft das Buch. Es zeigt, wie zerstörerisch Selbsthass sein kann und wie schnell man sich in einem Netz aus Kontrolle, Vergleichen und innerer Leere verliert. Die Atmosphäre ist schwer, bedrückend und authentisch. Wer psychisch stabil ist und sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet hier einen intensiven, wenn auch nicht einfachen Roman.
Der Schreibstil ist sehr nah, sehr intensiv und stark auf Milas Gedankenwelt fokussiert. Genau das macht das Buch einerseits so eindringlich, man spürt ihre Verzweiflung, ihren inneren Druck, ihren Wunsch nach Kontrolle und Anerkennung. Andererseits liegt hier auch der für mich kritischste Punkt des Romans. Die Essstörung wird teilweise so detailliert beschrieben: Gedankengänge, Strategien, Rechtfertigungen, dass es für Betroffene oder gefährdete Leser:innen extrem triggernd sein kann. Das Buch will vermutlich aufklären und sensibilisieren, doch durch die sehr unmittelbare Perspektive verschwimmen stellenweise die Grenzen zwischen kritischer Darstellung und potenziell gefährlicher Detailtiefe.
Neben dem zentralen Thema der Essstörung geht es in dem Buch auch um die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Mila erlebt. Freunde, Familienmitglieder, Klinikpersonal – sie alle spiegeln unterschiedliche Reaktionen auf Milas Wandel wider. Die vorkommende Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz mitreißen, die Anziehung war für mich nicht schlüssig und die Entwicklung der Beziehung nicht wie erhofft, anders betrachtet aber auch passend zur Geschichte. Trotzdem muss man sagen: Emotional trifft das Buch. Es zeigt, wie zerstörerisch Selbsthass sein kann und wie schnell man sich in einem Netz aus Kontrolle, Vergleichen und innerer Leere verliert. Die Atmosphäre ist schwer, bedrückend und authentisch. Wer psychisch stabil ist und sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet hier einen intensiven, wenn auch nicht einfachen Roman.