Wenn Worte gegen die Stille ankämpfen

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anja2703 Avatar

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Manchmal liest man nur wenige Seiten und merkt trotzdem sofort, dass dieses Buch etwas in einem bewegt. Es wird trotzdem wieder Sommer werden von Sebastian Becker hat mich bereits in der Leseprobe sehr berührt, nicht laut oder kitschig, sondern auf eine stille, ehrliche Weise, die lange nachhallt.
Schon der Einstieg, in dem die Trauer wie ein unerwünschter Gast beschrieben wird, hat mich getroffen. Dieses Bild ist so greifbar: Die Trauer steht plötzlich da, nimmt Raum ein, bringt alles durcheinander und beantwortet keine Fragen. Gerade weil sie nicht verklärt wird, sondern unbequem, lähmend und überfordernd sein darf, wirkt sie unglaublich echt.
Sebastian Becker schreibt über den plötzlichen Tod seines Vaters und über die Sprachlosigkeit, die danach bleibt. Seine Worte sind dabei klar und ungeschönt, manchmal fast schmerzhaft direkt, genau das macht sie so kraftvoll. Besonders die Szenen rund um den Anruf aus dem Krankenhaus und die Fahrt dorthin haben mich sehr mitgenommen. Man spürt diese Unwirklichkeit, diesen inneren Knall, nach dem die Welt äußerlich weiterläuft, obwohl sich für einen selbst alles verändert hat.
Das Buch verspricht keinen einfachen Weg aus dem Schmerz. Stattdessen wirkt es wie ein vorsichtiger Versuch, dem Unaussprechlichen Worte zu geben und der Stille etwas entgegenzusetzen. Gerade darin liegt für mich seine große Stärke.
Die Sprache ist poetisch, aber nie künstlich. Sie hat etwas Zartes und zugleich Ehrliches, das einen ganz nah an den Autor heranlässt. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass hier jemand nicht perfekt erzählen möchte, sondern so wahrhaftig wie möglich.
Diese Leseprobe hat mich emotional zurückgelassen und gleichzeitig neugierig gemacht, Sebastian Becker auf seinem Weg durch Erinnerung, Verlust und Liebe weiter zu begleiten. Ich glaube, das wird kein leichtes Buch, aber eines, das Trost schenken kann, weil es zeigt: Mit Trauer muss man nicht allein bleiben.