Blumen blühen, Blumen verblühen, Blumen blühen

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phija Avatar

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Ich habe "Und trotzdem wird es wieder Sommer werden" um 20:13 Uhr eingewickelt in meiner Bettdecke begonnen. Gegen 21:34 Uhr musste ich auf Klo und habe eine Pokemonkarte, die auf meinem Nachttisch steht, als Lesezeichen benutzt. Um 22:02 Uhr, während ich eine Schale Schoko-Cornflakes löffelte, habe ich es beendet.

Ich folge dem Account von Tschief aka. Sebastian Becker schon eine ganze Weile und war 2025 auch auf seiner Lesetour. Dementsprechend wusste ich sehr genau, was mich erwarten wird und dass ich es mögen werde. Das Buch ist kein Roman mit einer klassischen Handlung. Wenn ich es beschreiben müsste, würde ich sagen, dass es eine Gedanken- oder Erinnerungssammlung ist, welche Einblicke in den Trauerprozess um seinen Vater gewährt. Kurze Kapitel erzählen, teils fragmenthaft, aus dieser Zeit. Es wird einem dabei nicht aufgedrängt, etwas mitnehmen zu müssen. Es gibt einige Angebote, jedoch bleibt es einem am Ende selbst überlassen. Zwischen den kurzen Kapiteln finden sich immer wieder seine typischen handschriftlichen Gedankenfetzen, bei denen ich gerne einen Moment länger verweilt bin als nötig.
Auch wenn ich das Buch an einem Stück gelesen habe, weil mich die Stimmung so völlig in Beschlag genommen hat, ist es nichts, was man zwangsläufig tun muss oder kann. Das Buch hat seine schweren und leichten Momente. Es ist bedrückend und hoffnungsspendend. Ich habe geweint und gelächelt. Zwischenzeitlich hatte ich aber auch das Gefühl, kaum atmen zu können. Für mich war es eine intensive emotionale Reise, welche auf eine Art und Weise bereichernd war, für die mir die richtigen Worte fehlen.
Auch wenn der Tod des Vaters im Vordergrund steht, geht es doch, aus meiner Sicht, ums Leben in engem Schulterschluss mit dem Tod. Es gab einen Satz, den musste ich mir mit einem blauen Textmarker fett markieren: "Wer jeden Morgen aufsteht und daran denkt, dass er heute sterben könnte, steht irgendwann gar nicht mehr auf" (S. 136). Der Tod gehört dazu und das muss man einfach akzeptieren. Die Trauer gehört zum Leben dazu und auch das muss man akzeptieren. Aber im Leben gibt es eben immer noch das Leben. Ich glaube, genau das ist auch das, was ich heute aus dem Buch mitnehme. Leben, leben wollen und das Leben mit meinen Liebsten zu genießen. In einem anderen Moment in meinem Leben würde ich vielleicht was anderes mitnehmen.

Genau das habe ich an "Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" so geliebt: Es ist unbequem. Es ist schwer. Aber es bereichert das Leben. Vor allem aber habe ich das Gefühl, etwas zu haben, was mir hilft, wenn es bei mir so weit ist und ich um einen geliebten Menschen trauern muss. In meiner Naivität denke ich, dass es mir Halt geben wird. Und wenn nicht, kann ich dieses wunderschöne Hardcover immer noch nehmen und gegen die Wand werfen.