Ein leises Buch über das Vermissen – und darüber, dass trotzdem wieder Sommer wird

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sunshine22 Avatar

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Und es wird trotzdem wieder Sommer werden ist eines dieser Bücher, die gar keine große Handlung brauchen, um unglaublich viel auszulösen. Sebastian Becker schreibt über den Tod seines Vaters, der stirbt, als er selbst gerade einmal 28 Jahre alt ist. Zurück bleiben Sprachlosigkeit, Erinnerungen und diese schwer zu begreifende Erkenntnis, dass die Welt einfach weiterläuft, obwohl die eigene für einen Moment stehen geblieben ist.

Dabei ist das Buch keine klassische Geschichte über Trauer und erst recht kein Ratgeber dafür, wie man mit einem Verlust „richtig“ umgehen sollte. Vielmehr ist es eine Sammlung aus Gedanken, Erinnerungen und kleinen Momenten. Es geht um Sonnenblumen, bunte Socken und grüne Bananen, aber genauso um Wut, Hilflosigkeit, Liebe und das Vermissen. Gerade diese scheinbar alltäglichen Erinnerungen machen das Buch für mich so persönlich und nahbar.

Sebastian Beckers Schreibstil hat mich besonders berührt. Seine Texte sind poetisch, ohne dabei künstlich zu wirken, und schaffen es mit wenigen Worten, sehr große Gefühle auszudrücken. Gleichzeitig ist das Buch trotz seines schweren Themas nicht durchgehend traurig. Zwischen all dem Schmerz gibt es liebevolle, warme und sogar humorvolle Momente. Genau dadurch fühlt sich die Trauer so echt an: Sie besteht eben nicht nur aus Dunkelheit.

Auch die Gestaltung passt wunderbar dazu. Kurze Texte, handschriftliche Elemente, kleine Zeichnungen und bewusst gelassener Raum sorgen dafür, dass man zwischendurch innehalten kann. Es ist ein Buch, das man schnell lesen könnte, bei dem ich aber immer wieder das Bedürfnis hatte, einzelne Gedanken erst einmal wirken zu lassen.

Besonders schön finde ich die Botschaft, die sich durch das gesamte Buch zieht: Einen Menschen zu vermissen und trotzdem wieder glücklich zu sein, widerspricht sich nicht. Das Leben darf irgendwann wieder leicht werden, ohne dass die Erinnerung dadurch weniger wertvoll wird.

Ein unglaublich persönliches, warmes und ehrliches Buch über Verlust, Liebe und Hoffnung. Es hat mich traurig gemacht, mich gleichzeitig aber auch getröstet und daran erinnert, wie kostbar gemeinsame Zeit ist. Denn selbst nach dem dunkelsten Winter wird irgendwann wieder Sommer. Für mich eine ganz besondere Leseempfehlung.