Gefühle in Worte fassen

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vanessa:) Avatar

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Sebastian Becker schreibt persönlich und tiefgreifend über den Verlust seines Vaters, der plötzlich kam. Es ist ein kurzweiliges Buch, das man schnell lesen kann, für das man sich aber gerne auch nochmal ein paar Sekunden mehr Zeit nimmt.
Mir gefallen vor allem die Zitate zwischen den einzelnen Kapiteln in der Handschrift des Autors. Wenige Worte, die doch etwas bewegen und so treffsicher sind. Und dieses Titelbild/ Cover ist auch wunderschön, oder?!

Der Beginn des Textes hat mir am besten gefallen, weil hier so eindrücklich die Trauer beschrieben wird, die jeder, der schon man einen geliebten Menschen verloren hat, so oder so ähnlich kennt. Das vor der Tür stehen, das Ankommen der Trauer mit all dem Gepäck und das Bleiben: "Von dem Moment, in dem das Telefon klingelte und sie wussten, was dieser Anruf bedeuten würde, schon bevor sie rangingen."
Das Buch ist sehr persönlich. Es enthält keine Tipps im Umgang mit Verlust und Trauer und ist kein Ratgeber, aber es ist ein Begleiter, wenn man auch schon mal so gefühlt hat und auch um daran zu erinnern, wie wichtig das Leben und die kleinen Momente darin sind. Das Zitat von Caroline Wahl auf dem Buchrücken trifft es recht gut: Nach dem Lesen dieses Buches möchte man seine Zeit irgendwie umso besser nutzen, seinen Liebsten nahesein, weniger Scrollen und mehr Leben. So ging es mir zumindest.
Es ist ein trauriges Buch. Ein ruhiges Buch. Eine echte Geschichte.

Ich kann das Buch von Sebastian weiterempfehlen - aber nur, wenn man sich bereit dafür fühlt. Dann ist dieses Buch wie eine traurige Umarmung.

Ich beende die Rezension mit einem Zitat: "Gemeinsame Zeit lässt sich nicht nachholen, nicht aufschieben, und ich glaube, manchmal wissen Menschen nicht, wie unwahrscheinlich Dinge sind, die sie sich in Momenten versprechen, in denen Zeit endlos scheint. Und manchmal ist das auch gut so." (S. 62)