Lebensbejahend und mit vielen Botschaften

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Der Autor dieses Buches, Sebastian Becker, verliert mit 28 Jahren seinen 57-jährigen Vater. Für ihn bricht eine Welt zusammen, weil es so plötzlich, so unerwartet ist. Feinfühlig beobachtet er seine Trauer, droht, in ihr zu versinken - und fasst doch wieder Lebensmut.

Das Buch hat mich tief berührt. Man spürt auf jeder Seite, dass Trauer nicht vergänglich ist, sie ist jeden Tag in uns, aber sie lässt uns mit der Zeit Luft zum Atmen. Das hat Sebastian Becker mit Einfühlungsvermögen und vor allem mit Wahrheit in seine Seiten einfließen lassen. Trauer ist nicht erklärbar, sie ist da und bleibt. Besonders zu Anfang, wenn man nicht auf die vorbereitet ist.

Ich finde es gut, dass nichts von den Gefühlen, die er durchlebt, einfach abgetan wird. Angefangen von Schock, Traurigkeit, Ohnmacht, etwas daran ändern zu können bis hin zu hoffnungsvolleren Tagen, an die man schon nicht mehr zu glauben wagte.

Die Gefühlspalette, die er durchlebt hat, ist greifbar und auf jeder Ebene nachzuvollziehen. Wenn man einen geliebten Menschen verliert, mit dem man so viel verbindet, ist es umso trauriger. Doch er reflektiert auch sich selbst. Was nicht nur er verloren hat, sondern auch sein Vater. Und dass es gut ist, auch die Eltern zu Lebzeiten anszusprechen, wie es ihnen geht und wie ihr Leben verläuft.

Besonders schön finde ich, dass er sich nicht aufgegeben hat, und jeden Tag kämpfte, ohne es vielleicht gemerkt zu haben. Denn auch wenn man in der Trauerphase feststeckt, ist die ein natürlicher Prozess, den man nie überspringen sollte, denn das braucht Zeit. Wenn man sich die nicht nimmt, bricht man irgendwann zusammen.

Das Cover zeigt Wolken, hinter denen sich die Sonne versteckt. Sie wartet darauf, hervorzukommen. Mit der handgeschriebenen Schrift des Titels und im Inneren mit den Zeichnungen und kurzen Worten zu den Kapiteln, wirkt das Buch umso persönlicher.

Einfühlsam, berührend und mit einem schönen Erzählstil schreibt Sebastian Becker sich seine Trauer von der Seele. Und nicht nur die. Denn er zeigt auch, dass es ein Morgen gibt.