Sturm im Kopf

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bobbi Avatar

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Sebastian Becker ist auf Instagram unter dem Pseudonym „Tschief“ bekannt und berührt seine Follower mit seinen poetisch-kunstvollen Handschriften voller gefühlvollen Lebensbetrachtungen. In seinem sehr persönlichen Roman „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ begibt er sich auf rund 170 Seiten intensiv, feinfühlig und bewegend auf eine Selbstreflexion über die lange Trauer um seinen geliebten Vater.

In kurzen Kapiteln, die alle durch Beckers handschriftlichen Sätzen samt gezeichneten Sonnenblumen eingeleitet werden, reflektiert der Autor ehrlich und mutig über seine Trauer. Er geht in die Zeiten vor den Tod und schildert eindringliche Szenen aus der Kindheit mit dem Vater, dann weiter nach der Trennung der Eltern in der quirligen Patchwork-Familie und dann kommt der Zeitpunkt des viel zu frühen und unvorhersehbaren Unfalltodes des Vaters – ein Knall und Sturm im Kopf, der sich so schnell nicht wieder legen wird. Unterschiedliche Gedankengänge blitzen auf: Wann und wie ist das letzte Gespräch verlaufen, welche Erinnerungen bleiben für immer, welche Gegenstände wie bunte Socken, die auch weitergetragen werden können, haben Bedeutung und wie viel vom Gesicht des Vaters erkenne ich in meinem? Wo, wenn nicht am Grab, kann ich dem Vater weiterhin nahe sein?

Sebastian Becker hat ein zutiefst menschliches, emotionales und authentisches Buch über Trauer geschrieben, das niemals sentimental wird, sondern aus dem Wortschatz und feinen Beobachtungen des Autors lebt. Soghaft und tiefsinnig schreibt Becker über die Trauer, die neben ihm auf dem Sofa Platz nimmt, langsam auch in andere Räume wandert und über die Hoffnung, die wie Löwenzahn aus dem Asphalt wächst.