Verlust und Trauer
Der Instagram-Künstler Sebastian Becker, bekannt unter dem Namen Tschief, veröffentlicht seit 2012 kurze und poetische Texte in unverwechselbarer Handschrift im Internet. In seinem Buch "Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" thematisiert er den Tod seines damals 57-jährigen Vaters und lässt uns teilhaben an seiner Trauer. Es ist ihm wichtig, dass sein Buch nicht als Trauerbuch verstanden wird, er möchte beschreiben, was ihm passiert ist und wie es sich angefühlt hat.
Der Ich-Erzähler Sebastian ist 28 Jahre alt und befindet sich gerade bei seiner Mutter, als er erfährt, dass sein Vater beim Wandern so schwer gestürzt ist, dass er ins Krankenhaus transportiert werden musste. Wenige Stunden nach seiner Einlieferung verstirbt der Vater.
Mit viel Empathie und großer Offenheit beschreibt der Autor die schwere Zeit nach dem Tod seines Vaters. Fast drei Monate bleibt er in dessen Haus und ist von vielen Menschen umgeben, die füreinander da sind, für die Mahlzeiten sorgen und sich um alles Notwendige kümmern. Er erinnert sich an seine letzte Begegnung mit dem Vater zwei Tage vor dessen Tod, an seine Kindheit und Jugend. Die Eltern trennen sich, als Sebastian noch ein kleiner Junge ist, später besucht er den Vater und dessen neue Familie an jedem zweiten Wochenende. Er denkt an eine gemeinsame Bergwanderung im Schnee, an eine Hotelübernachtung und an unzählige Gespräche. Als er sich dazu entschließt, sein Studium abzubrechen, ist der Vater für ihn da und nimmt sich viel Zeit, um mit ihm zu überlegen, wie es weitergehen kann.
In teils sehr kurzen Abschnitten, die mit handgeschriebenen Texten und gezeichneten Sonnenblumen eingeleitet werden, hält der Autor seine persönlichen Erinnerungen und Gedanken fest. Dabei gewährt er uns tiefe Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung des Vater-Sohn-Verhältnisses anhand kleiner Episoden und Anekdoten. Obwohl Vater und Sohn in Liebe miteinander verbunden sind, lässt der fehlende Alltag sie einander fremd werden.
"Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" hat mich zutiefst berührt, da ich bereits mehrere Herzensmenschen verloren und mich in den Schilderungen über Schmerz, Trauer und Sehnsucht oft wiedergefunden habe. Das Buch ist kein Ratgeber, kann es nicht sein, denn jeder trauert anders. Es gibt Denkanstöße, vermittelt andere Sichtweisen, macht Mut und gibt Hoffnung. Voller Wärme erzählt der Autor von seinem Vater und der großen Sehnsucht nach ihm. Es geht in dem Buch nicht nur um die schmerzvolle Trauer, es geht auch um Sprachlosigkeit, Liebe und Dankbarkeit.
Meine Lieblingsstelle im Buch ist diese Aussage des Autors: "Ich glaube, man darf nach dem Tod einer geliebten Person für immer traurig sein, aber nicht für immer unglücklich. Das Leben kehrt zurück - und mit ihm die Möglichkeit, zu blühen".
Absolute Leseempfehlung!
Der Ich-Erzähler Sebastian ist 28 Jahre alt und befindet sich gerade bei seiner Mutter, als er erfährt, dass sein Vater beim Wandern so schwer gestürzt ist, dass er ins Krankenhaus transportiert werden musste. Wenige Stunden nach seiner Einlieferung verstirbt der Vater.
Mit viel Empathie und großer Offenheit beschreibt der Autor die schwere Zeit nach dem Tod seines Vaters. Fast drei Monate bleibt er in dessen Haus und ist von vielen Menschen umgeben, die füreinander da sind, für die Mahlzeiten sorgen und sich um alles Notwendige kümmern. Er erinnert sich an seine letzte Begegnung mit dem Vater zwei Tage vor dessen Tod, an seine Kindheit und Jugend. Die Eltern trennen sich, als Sebastian noch ein kleiner Junge ist, später besucht er den Vater und dessen neue Familie an jedem zweiten Wochenende. Er denkt an eine gemeinsame Bergwanderung im Schnee, an eine Hotelübernachtung und an unzählige Gespräche. Als er sich dazu entschließt, sein Studium abzubrechen, ist der Vater für ihn da und nimmt sich viel Zeit, um mit ihm zu überlegen, wie es weitergehen kann.
In teils sehr kurzen Abschnitten, die mit handgeschriebenen Texten und gezeichneten Sonnenblumen eingeleitet werden, hält der Autor seine persönlichen Erinnerungen und Gedanken fest. Dabei gewährt er uns tiefe Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung des Vater-Sohn-Verhältnisses anhand kleiner Episoden und Anekdoten. Obwohl Vater und Sohn in Liebe miteinander verbunden sind, lässt der fehlende Alltag sie einander fremd werden.
"Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" hat mich zutiefst berührt, da ich bereits mehrere Herzensmenschen verloren und mich in den Schilderungen über Schmerz, Trauer und Sehnsucht oft wiedergefunden habe. Das Buch ist kein Ratgeber, kann es nicht sein, denn jeder trauert anders. Es gibt Denkanstöße, vermittelt andere Sichtweisen, macht Mut und gibt Hoffnung. Voller Wärme erzählt der Autor von seinem Vater und der großen Sehnsucht nach ihm. Es geht in dem Buch nicht nur um die schmerzvolle Trauer, es geht auch um Sprachlosigkeit, Liebe und Dankbarkeit.
Meine Lieblingsstelle im Buch ist diese Aussage des Autors: "Ich glaube, man darf nach dem Tod einer geliebten Person für immer traurig sein, aber nicht für immer unglücklich. Das Leben kehrt zurück - und mit ihm die Möglichkeit, zu blühen".
Absolute Leseempfehlung!