Wenn der Schmerz Worte findet

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lese-lotte Avatar

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Als ich das Buch auf Vorablesen entdeckt habe, hat mich das zarte Cover noch nicht wirklich angesprochen. Doch was mich zwischen den Seiten erwartet hat, hat mich tief im Herzen berührt.

Sebastian Becker beschreibt in „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ den plötzlichen Unfalltod seines Vaters. Er nimmt uns hautnah mit in seine ganz persönliche Trauerwelt, in eine Welt, die von einem Moment auf den anderen komplett aus den Fugen gerät.

Für mich war die Lektüre eine extreme emotionale Achterbahnfahrt. Mein eigener Papa ist ebenfalls viel zu früh verstorben – er war gerade einmal 47 Jahre alt und ich selbst noch sehr jung. Da mir mein Papa auch heute noch unglaublich fehlt, ging mir dieses Buch unheimlich an die Nieren. Ich musste beim Lesen unendlich viel weinen, weil der Autor genau die Gefühle in Worte fasst, die ich selbst oft so schwer greifen kann.

Was dieses Buch für mich trotz aller Tränen so besonders macht, ist die absolute Ehrlichkeit. Sebastian Becker verzichtet komplett auf kitschige Floskeln aus klassischen Ratgebern. Stattdessen teilt er kurze Kapitel, Alltagsmomente, Anekdoten und sogar Texte in seiner eigenen Handschrift mit uns.

Es geht um die hilflose Wut, um die unendliche Sehnsucht, aber eben auch um die tiefe, bleibende Liebe.Obwohl das Thema Verlust schwere Kost ist, hat mich das Buch am Ende nicht erdrückt. Es fühlte sich eher an wie eine warme, tröstende Umarmung von jemandem, der genau denselben Schmerz versteht.

Es zeigt uns, dass nach jedem noch so dunklen, langen Winter irgendwann wieder das Licht kommt. Eine ganz große Herzensempfehlung und für mich ein absolutes Jahreshighlight.