Wie aus Trauer wieder Leben wächst
Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt jedem Menschen. Trauernden und Menschen die Trauernden beistehen wollen. Das Buch zeigt aber auch auf wie wichtig es ist, die Realität der Endlichkeit im Leben zuzulassen. Nicht um dadurch gelähmt zu werden, sondern um es kostbarer zu gestalten. Das Leben mit geliebten Menschen, das Leben an sich, ist immer zu kurz. Es kann aber bewusster gestaltet werden. Dazu regt dieses Buch. Sebastian Becker schreibt sehr persönlich über seine Erfahrungen nach dem Tod seines Vaters. Sehr ausdrucksstark und klar beschreibt er wie er von der Trauer überwältigt wurde. Für mich findet er Worte für, dass was ich in eigenen Trauerphasen gefühlt habe. Er benennt vieles, was eher diffuse Begleiterscheinung von Trauer. Die zeitweise Entfremdung von Menschen, die nicht in Trauer sind und gerade mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert wurden, der Schmerz, dass die Welt sich weiterdreht, während die Trauer das Gefühl vermittelt alles sei eingefroren. Aber es bleibt nicht bei dem Schmerz, es wird geschildert, wie aus der Trauer eine Verbindung zum verstorbenen Vater entstehen kann und wie beides wieder möglich wird. In Verbindung mit dem verstorbenen Vater zu bleiben und die Freude am Leben wieder zu finden. Sebastian Becker zeichnet das gemeinsame Leben mit seinem Vater aus der Perspektive dessen frühen Todes nach. Sehr berührend und offen. Lest dieses Buch!