Zu früh vorbei

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Bei diesem Buch fällt zunächst die hochwertige Aufmachung auf, der Hardcover Einband in rauher, matter Haptik, auf dem mittig ein Bild in Hochglanzoptik eingefügt ist, das Wolkenformationen zeigt. Das passt sehr gut zu Trauer. Besonders auffällig an der Covergestaltung ist auch der handschriftliche Buchtitel in weißen Großbuchstaben. Das zeigt auch schon, wie persönlich das Buch ist.

Sebastian Becker schreibt darin über den Umgang mit dem zu frühen Verlust seines Vaters, der bei einer Wanderung unglücklich stolperte und sich beim Sturz so schwer verletzte, dass er anschließend mit 57 Jahren im Krankenhaus starb. Sebastian war damals 28 Jahre alt und hatte in den Monaten vor dessen Tod endlich das Gefühl, vertrauter mit seinem Vater zu werden, nachdem seine Eltern sich früh scheiden lassen hatten und er überwiegend bei seiner Mutter aufgewachsen war. Auch Pläne, was sie zusammen unternehmen wollten, konnten nie mehr umgesetzt werden.

Das Buch gliedert sich in kurze Einheiten, die jeweils auch mit einem handschriftlichen Satz eingeleitet werden, der die Stimmung, in der der Verfasser sich befindet, sehr gut auf den Punkt bringt. Verstärkt wird das noch durch Illustrationen von Sonnenblumen, die mal mehr und mal weniger Blätter und Blüten hängen lassen. Es ist kein Ratgeber zum Umgang mit Trauer, sondern es finden sich Anekdoten mit liebevollen Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse genauso wie die Schilderung schmerzhafter Momente oder Versuchen des Umgangs mit der Trauer und den Gedanken an verpasste Chancen aus den den mittlerweile fünf vergangenen Jahren. Dies alles beschreibt Sebastian Becker in sehr passend gewählten Worten, obwohl es ja oft schwer fällt, das Gefühlschaos, das mit Trauer verbunden ist, in Worte zu fassen.

Definitiv ein sehr lesenswertes und zum Nachdenken anregendes Buch, das trotz des großen Verlustes aber nicht von einem pessimistischen Grundton geprägt ist, sondern viel Raum für neue Hoffnung lässt, was ja auch im Buch-Titel schon zum Ausdruck kommt.