Dorf & Vergangenheit Roman
Der Anfang mit dem neunjährigen Jungen, der heimlich für Fanny Birnen klaut, ist stark, weil die Szene am Zaun so konkret erzählt ist: der zerrissene Rucksack, der Warnschuss, die Angst danach. Dass die beiden Kinder einfach Freunde waren, "bevor alles anders wurde", trifft mehr als jede erklärende Passage zum Antisemitismus es könnte. Der Zeitsprung zu Dora, die verwirrt in ihrem neuen Altenheimzimmer aufwacht, ist ein harter Schnitt, aber ich mag, wie unsentimental die Demenz geschildert wird – das Farbstreifensystem an den Wänden, die falschen Namen. Die fehlenden Stolpersteine als Rätsel machen mich neugierig, was mit Fanny passiert ist.