Erinnerung und Entfremdung

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noiram Avatar

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​Die Leseprobe führt auf geschickte Weise zwei Erzählstränge zusammen, die auf unterschiedlichen Zeitebenen im selben Ort verortet sind. Der erste Abschnitt setzt während des Zweiten Weltkriegs an und schildert aus der Perspektive eines neunjährigen Jungen eine nächtliche, gefahrvolle Aktion: Er pflückt heimlich Birnen für ein Mädchen, das auf dem heimischen Scheunenboden versteckt gehalten wird. Der zweite Teil springt in das Jahr 2011 und begleitet die betagte Dora, die nach dem Tod ihres Mannes in ein Seniorenheim in ihr altes Heimatdorf Hausen zurückkehrt.
​In einer ruhigen, präzisen Sprache fängt die Leseprobe die Atmosphäre des Dorfes sowie die emotionale Bedeutung von Erinnerung, Entfremdung und Heimat ein. Der geschaffene Kontrast zwischen der vergangenen Kriegszeit und den späten Lebensjahren im Altenheim verleiht dem Auftakt eine spürbare Tiefe. Die vielversprechende Verknüpfung der Schicksale und historischen Ebenen weckt großes Interesse an der weiteren Handlung.