Dorfgemeinschaften im Nationalsozialismus
Dora, über 80 und verwitwet, zieht nach Jahrzehnten in ein Seniorenheim in ihrem hessischen Heimatort Hausen zurück. Bei einem Spaziergang kommt sie am Fachwerkhaus ihrer ehemaligen besten Freundin Fanny vorbei.
Vor dem Haus entdeckt sie vier Stolpersteine. Aus Doras Perspektive müssten es fünf sein - der Stein für Fanny fehlt. Fanny und ihre Familie waren jüdisch.
Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart begleiten wir Dora und die junge Pina, die mit ihren Eltern heute in Fannys ehemaligem Haus wohnt. In der Vergangenheit - während des Zweiten Weltkriegs - geht es um das Verschwinden der jüdischen Familie und Doras eigene Rolle dabei. Der Untertitel des Verlags fasst den Ansatz zusammen: Vom Wissen und Wegschauen: über Zerbrechlichkeit und Hoffnung in dunklen Zeiten.
Die Autorin schreibt ruhig, unaufgeregt und sehr beobachtend. Das ist bewusst gewählt. Es gibt keine großen dramatischen Gesten, sondern Innenschau, Dialoge mit Dorfbewohnern und das schrittweise Aufarbeiten von Verdrängtem.
Kein lauter, anklagender Roman, sondern ein leiser Erinnerungsroman über Schuld, Verdrängung und die späte Aufarbeitung. Für Leser:innen, die sich für Oral History, Dorfgemeinschaften im Nationalsozialismus und intergenerationelle Aufarbeitung interessieren, ist es solide und gut lesbar. Er will nicht schockieren, sondern zum genaueren Hinschauen anregen - zum Beispiel beim nächsten Stolperstein.
Vor dem Haus entdeckt sie vier Stolpersteine. Aus Doras Perspektive müssten es fünf sein - der Stein für Fanny fehlt. Fanny und ihre Familie waren jüdisch.
Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart begleiten wir Dora und die junge Pina, die mit ihren Eltern heute in Fannys ehemaligem Haus wohnt. In der Vergangenheit - während des Zweiten Weltkriegs - geht es um das Verschwinden der jüdischen Familie und Doras eigene Rolle dabei. Der Untertitel des Verlags fasst den Ansatz zusammen: Vom Wissen und Wegschauen: über Zerbrechlichkeit und Hoffnung in dunklen Zeiten.
Die Autorin schreibt ruhig, unaufgeregt und sehr beobachtend. Das ist bewusst gewählt. Es gibt keine großen dramatischen Gesten, sondern Innenschau, Dialoge mit Dorfbewohnern und das schrittweise Aufarbeiten von Verdrängtem.
Kein lauter, anklagender Roman, sondern ein leiser Erinnerungsroman über Schuld, Verdrängung und die späte Aufarbeitung. Für Leser:innen, die sich für Oral History, Dorfgemeinschaften im Nationalsozialismus und intergenerationelle Aufarbeitung interessieren, ist es solide und gut lesbar. Er will nicht schockieren, sondern zum genaueren Hinschauen anregen - zum Beispiel beim nächsten Stolperstein.