Leseempfehlung

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UND MITTENDRIN DER BIRNBAUM
Ute Mank
ET: 17.09.26

Nachdem Dora es jahrelang vermieden hat, in ihren Geburtsort Hausen zurückzukehren, zieht sie ausgerechnet dort in ein neu erbautes Seniorenheim. Schnell merkt sie, dass das vielleicht keine gute Idee war. Zwar lebt ihre Schwägerin ganz in der Nähe, doch das Dorf bedrückt Dora. Zu vieles erinnert sie an ihre Kindheit.

Als sie eines Tages am Haus ihrer ehemals besten Freundin Fanny vorbeikommt, entdeckt sie vier Stolpersteine im Gehweg. Doch Dora erinnert sich genau: Fannys Familie bestand aus den Eltern und drei Kindern. Durch Zufall lernt sie die junge Pina kennen, die heute in dem Haus lebt, in dem einst Fanny mit ihrer Familie wohnte.

Gemeinsam begeben sich die beiden ganz unterschiedlichen Frauen auf die Spur von Fanny und ihrer Familie.

Ute Mank führt uns zurück ins Jahr 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Hier lernen wir die jungen Freundinnen Dora und Fanny kennen. Die beiden verbringen ihre Nachmittage gerne im Haus von Fannys jüdischer Familie. Dort ist Platz, und Dora fühlt sich willkommen. Doch als ihr Traum, Lehrerin zu werden, in greifbare Nähe rückt, muss Dora eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Auch den neuesten Roman von Ute Mank habe ich wieder sehr gerne gelesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit fügt sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein und hat meinen Lesefluss überhaupt nicht gestört.

Besonders gefallen hat mir, wie sich nach und nach die Geschichte von Fanny und ihrer Familie erschließt. Vergangenheit und Gegenwart werden miteinander verwoben, und aus einer kleinen Entdeckung entwickelt sich eine Suche nach Wahrheit und Erinnerung.

Mit Dora selbst bin ich allerdings nicht ganz warm geworden. Ihre Art, aus allem ein Geheimnis zu machen, hat es mir manchmal schwer gemacht, sie wirklich zu verstehen.

Trotzdem ist UND MITTENDRIN DER BIRNBAUM ein Roman, den ich euch sehr empfehlen kann.
4,5/5