rührender Roman, lesenswert

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kraberg Avatar

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Die Autorin hat hier eine rührende Geschichte zu Freundschaft, Schuld, Verdrängen und Vergessen geschrieben. Im Mittelpunkt steht Dora Jansen, die nun im hochbetagten Alter von Bielefeld in ihre alte Heimat Hausen zurückzieht. In der Eintausendseelengemeinde Hausen ist sie groß geworden, hat mit ihrer besten Freundin Fanny viele glückliche Stunden verbracht. Bis die Nazis immer größere Repressalien gegen die Juden durchsetzen, was in Hausen mit dem Abtransport der fünf im Ort wohnenden jüdischen Familien gipfelte. Auch Fannys Familie war davon betroffen. Nach ihrer Rückkehr entdeckt Dora vor deren ehemaligen Haus vier Stolpersteine. Das kann nicht stimmen, zur Familie gehörten doch die Eltern und drei Kinder! Fannys Name fehlt. Was Ute Mank dann als Geschichte daraus entwickelt, hat mich sehr kurzweilig unterhalten. In Pina, deren Uroma Fannys Elternhaus damals stolz erworben hat, findet Dora eine Verbündete mit deren Hilfe sie die damaligen Ereignisse nachvollziehen will. Viel mehr, so habe ich es beim Lesen empfunden, hat Dora Pina vor ihren Karren gespannt. Denn Dora selbst ist lange nicht bereit mit Pina ihre Erinnerungen an damals zu teilen. Jede Ausrede für ihr Schweigen über ihre Beziehung zu Fanny ist ihr recht. Sicher sind es die Schuldgefühle, die trotz der Jahrzehnte, die inzwischen vergangen sind, sie jetzt wieder quälen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Dora während ihrer Ehe mit Paul und ihrem Leben in Bielefeld, je einen tieferen Gedanken zu Fannys Schicksal hat aufkommen lassen.
Viele Gedanken, die sich Dora und Pina bezogen auf die Judenverfolgung im Roman jetzt gestellt haben, empfand fand ich als sehr tiefgreifend und anregend.
Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.