Wenn die Erinnerungen zurückkehren

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shilo Avatar

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Eine Geschichte über Erinnerungen, die nach vielen Jahren wieder auftauchen, und über Dinge, über die lange geschwiegen wurde. Diese Seite der Geschichte hat mich besonders beschäftigt.
Dora kehrt nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf zurück. Sie geht durch die Straßen, die ihr vertraut und zugleich fremd vorkommen, und denkt dabei immer wieder an ihre Kindheit. Vieles, was lange vergessen schien, kommt wieder hoch.
Als Dora vor dem alten Haus ihrer besten Freundin Fanny steht, wird die Vergangenheit plötzlich sehr nah. Vor dem Haus liegen Stolpersteine, doch einer fehlt. Es ist der Stein für Fanny. Dora will das nicht einfach so hinnehmen und fragt sich, was damals mit ihrer Freundin geschehen ist.
Es ist schwer, sich nach so vielen Jahren mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Vor allem das Schweigen im Dorf und das Wegsehen der Menschen haben mich nachdenklich gemacht. Es gab Dinge, die bekannt waren, über die aber niemand sprechen wollte.
Die Erinnerungen an Doras Kindheit fand ich besonders interessant. Vieles wird aus ihrer damaligen Sicht erzählt und wirkt zunächst ganz alltäglich. Gleichzeitig ist bekannt, was diese Zeit für Fanny und ihre Familie bedeutet. Gerade dieser Gegensatz hat die Geschichte für mich so eindringlich gemacht.
Einige Stellen haben mich traurig gemacht. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und ob Dora endlich eine Antwort auf ihre Fragen bekommt. Die Frage, warum Menschen wegsehen, obwohl sie wissen, dass etwas nicht stimmt, kam mir dabei immer wieder in den Sinn.
Schuld und Verantwortung gehören ebenfalls zu dieser Geschichte. Dabei geht es nicht nur darum, was damals geschehen ist. Es geht auch darum, was Menschen später mit ihren Erinnerungen machen und ob man sich irgendwann noch dem stellen kann, was man früher nicht sehen oder nicht sehen wollte.
Ute Mank erzählt die Geschichte ruhig und ohne große Worte. Gerade dadurch konnte vieles seine Wirkung entfalten. Dora und Fannys Geschichte hat mich durch die Seiten begleitet. Manche Gedanken daran sind auch nach dem Ende des Buches noch geblieben.
Für mich ist es ein sehr stimmiger und berührender Roman über Freundschaft, Erinnerungen und eine schwere Zeit, in der Wegsehen für viele einfacher war als hinzusehen. Die Geschichte macht traurig, zeigt aber auch, wie wichtig es ist, Vergangenes nicht einfach verschwinden zu lassen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.