Wenn die Vergangenheit nicht schweigt
Schon das Cover hat mich neugierig gemacht. Die Birne mit den beiden Mädchen darin wirkt auf den ersten Blick eher schlicht, bekommt aber im Laufe der Geschichte immer mehr Bedeutung und passt für mich sehr schön zu Dora und Fanny.
Dora kehrt im hohen Alter in ihr Heimatdorf Hausen zurück. Dort holen sie Erinnerungen ein, die sie über viele Jahrzehnte verdrängt hat. Besonders die an ihre frühere beste Freundin Fanny, die aus einer jüdischen Familie stammte. Als Dora vor deren ehemaligem Zuhause vier Stolpersteine entdeckt und ausgerechnet Fannys Name fehlt, beginnt sie sich zu fragen, was damals mit ihr geschehen ist. Gemeinsam mit der jungen Pina nähert sie sich nach und nach einer Vergangenheit, der sie lange ausgewichen ist.
Besonders berührt hat mich, dass der Roman nicht nur von der Verfolgung jüdischer Menschen erzählt, sondern auch vom Wegsehen und Schweigen derjenigen, die mitten im Geschehen lebten. Dora muss sich dabei mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen. Während Fanny und ihre Familie immer stärker ausgegrenzt wurden, zog sich Dora zunehmend von ihrer Freundin zurück und verfolgte ihre eigenen Zukunftspläne. Gerade diese Zwiespältigkeit fand ich eindringlich, weil die Geschichte damit Fragen aufwirft, auf die man sich aus heutiger Sicht nur schwer eine ehrliche Antwort geben kann.
Ute Mank erzählt ruhig und einfühlsam und braucht keine großen dramatischen Szenen, damit die Geschichte wirkt. Mir hat auch die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr gefallen. Durch Pina trifft eine junge Frau auf Dora, die so lange über das Erlebte geschwiegen hat, und gemeinsam kommen Dinge ans Licht, an die sich manche im Dorf erinnern und die andere lieber ruhen lassen würden.
Für mich ist das ein bewegender Roman über Freundschaft, Schuld, Verdrängung und die Frage, welche Verantwortung Menschen auch dann tragen, wenn sie nicht selbst zu den unmittelbar Handelnden gehören. Die Geschichte ist leise erzählt, hat mich aber gerade deshalb sehr beschäftigt. Vor allem die Frage, wie man selbst in Doras Situation gehandelt hätte, lässt sich nach dem Zuschlagen des Buches nicht einfach beiseiteschieben.
Dora kehrt im hohen Alter in ihr Heimatdorf Hausen zurück. Dort holen sie Erinnerungen ein, die sie über viele Jahrzehnte verdrängt hat. Besonders die an ihre frühere beste Freundin Fanny, die aus einer jüdischen Familie stammte. Als Dora vor deren ehemaligem Zuhause vier Stolpersteine entdeckt und ausgerechnet Fannys Name fehlt, beginnt sie sich zu fragen, was damals mit ihr geschehen ist. Gemeinsam mit der jungen Pina nähert sie sich nach und nach einer Vergangenheit, der sie lange ausgewichen ist.
Besonders berührt hat mich, dass der Roman nicht nur von der Verfolgung jüdischer Menschen erzählt, sondern auch vom Wegsehen und Schweigen derjenigen, die mitten im Geschehen lebten. Dora muss sich dabei mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen. Während Fanny und ihre Familie immer stärker ausgegrenzt wurden, zog sich Dora zunehmend von ihrer Freundin zurück und verfolgte ihre eigenen Zukunftspläne. Gerade diese Zwiespältigkeit fand ich eindringlich, weil die Geschichte damit Fragen aufwirft, auf die man sich aus heutiger Sicht nur schwer eine ehrliche Antwort geben kann.
Ute Mank erzählt ruhig und einfühlsam und braucht keine großen dramatischen Szenen, damit die Geschichte wirkt. Mir hat auch die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr gefallen. Durch Pina trifft eine junge Frau auf Dora, die so lange über das Erlebte geschwiegen hat, und gemeinsam kommen Dinge ans Licht, an die sich manche im Dorf erinnern und die andere lieber ruhen lassen würden.
Für mich ist das ein bewegender Roman über Freundschaft, Schuld, Verdrängung und die Frage, welche Verantwortung Menschen auch dann tragen, wenn sie nicht selbst zu den unmittelbar Handelnden gehören. Die Geschichte ist leise erzählt, hat mich aber gerade deshalb sehr beschäftigt. Vor allem die Frage, wie man selbst in Doras Situation gehandelt hätte, lässt sich nach dem Zuschlagen des Buches nicht einfach beiseiteschieben.