Wenn Erinnerungen plötzlich Fragen aufwerfen

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„Und mittendrin der Birnbaum“ ist ein leiser und einfühlsamer Roman über Freundschaft, Schuld und die Frage, wie zuverlässig unsere Erinnerungen eigentlich sind.

Nach dem Tod ihres Mannes kehrt Dora in ihr Heimatdorf zurück. Dort wird sie immer wieder an ihre Jugend und vor allem an ihre beste Freundin Fanny erinnert. Fanny war Jüdin und lebte mit Dora während der NS-Zeit im selben Dorf. Gemeinsam mit der jungen Pina beginnt Dora, die Vergangenheit noch einmal aufzurollen und herauszufinden, was damals wirklich passiert ist.

Besonders gefallen hat mir die Freundschaft zwischen Dora und Pina. Obwohl die beiden Generationen voneinander trennen, geben sie einander Halt und zeigen, dass Freundschaft keine Frage des Alters ist.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und entfaltet sich nach und nach wie ein Puzzle. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um schwierige Fragen: Was hätten wir damals anders machen können? Wann tragen wir Verantwortung? Und wie viel Wahrheit steckt eigentlich in unseren eigenen Erinnerungen?

Am Anfang brauchte ich etwas Zeit, um in die ruhige Geschichte hineinzufinden. Danach hat sie mich aber immer mehr gepackt und vor allem die Schicksale der Frauen haben mich sehr berührt.

Ein bewegender Roman über Freundschaft, deutsche Geschichte, Verrat, Wegschauen und das Erinnern. Ein wichtiges Buch, das noch lange zum Nachdenken anregt.