Komplex, düster, einnehmend

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
svettusch Avatar

Von

"Under the Iron Sky" ist ein unfassbar guter Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe und ich kann es kaum erwarten, dass der nächste Band veröffentlicht wird. Es erzählt die Geschichte zwischen Sonne und Licht, Technik und Magie, in welcher die zwei Seiten unerbittlich gegeneinander kämpfen und ein allesverzehrender Krieg keinen Spielraum für Menschlichkeit übrig lässt.

In Band 1 lernen wir Soraya kennen, die im Laufe des Buches von den Feinden, den Darak, gefangen genommen wird. Ikarus wiederum ist derjenige, der Soraya gefangen hält. Da beide auf unterschiedlichen Seiten im Krieg stehen, sind die Fronten zunächst verhärtert. Beide haben nur das schlechteste voneinander und der Spezies des jeweils anderen gehört. Und die beiden geben sich wenig, sie sind einander ebenbürtige Gägner und das, obwohl Soraya seine Gefangene ist. Das ist einer der Punkte, weshalb dieses Buch so grandios ist: Die Schlagabtausche zwischen den Protas, ihre hitzigen Gefechte, der Hass und die Anziehung. Beides sind spaßige Protas, wobei vor allem Soraya durch ihre toughe Art punkten kann, aber auch Ikarus ist hinter seiner steinernen Fassade erstaunlich menschlich. Und beide haben ihre Fehler, die sie sich selber aber auch einander ein ums andere Mal vorhalten.

Auch die Nebencharaktere machen viel Spaß und von denen gibt es zahlreiche. Soraya und Ikarus haben jeweils einen festen Freundeskreis, wobei man vor allem den von Ikarus näherkennenlernt. Auch ihre Hintergrundgeschichten, zum Beispiel von Malakai und Esmeralda, bewegen. Am meisten hat es mir wohl Golla eingetan, ein kleiner Golem, der unfassbar niedlich und hilfsbereit ist. Nicht alle Nebencharaktere sind natürlich gut und die Antagonisten habe ich sehr gehasst. Man will richtig, dass Gerechtigkeit gewaltet wird, aber darauf muss ich wahrscheinlich noch ein wenig warten.

Der Weltenaufbau ist sehr komplex, weshalb ich mich unfassbar auf alles, was da noch kommen mag, freue. Sci-Fi und Fantasy gehen nathlos ineinanderüber. Die Kriegsgeschehenisse wiederum sind sehr brutal und ich musste das ein oder andere Mal das Buch kurz weglegen, da manche Szenen doch sehr eindrücklich beschrieben werden und einen mitnehmen. Es ist definitiv kein leichtes Buch für zwischendurch, umso mehr konnte es mich berühren. Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch, sie fängt all diese tiefen Emotionen ein und bringt sie aufs Papier. Man hat das Gefühl, mitten zwischen den Fronten zu stehen.

Alles in allem ein wahnsinnig starker, einprägsamer Auftakt.