Ein Jahrhundert im Brennglas einer Dresdner Familie
Schon die ersten Seiten von Unerwünschte Töchter haben mich tief berührt – vielleicht auch, weil ich selbst in Dresden lebe und die Atmosphäre, die Miriam Carbe zeichnet, sofort wiedererkenne: dieses Bildungsbürgertum, die Strenge, die Traditionen, die unausgesprochenen Erwartungen. Die Leseprobe öffnet eine Tür in ein Familienuniversum, das gleichzeitig vertraut und erschütternd wirkt.
Besonders eindrucksvoll ist der Einstieg über den alten Kirschholzschrank – ein Möbelstück, das wie ein stiller Zeuge durch vier Generationen wandert. In ihm sammelt sich nicht nur Literatur, sondern auch all das, was diese Frauen geprägt hat: Stolz, Schmerz, Schweigen, Rebellion. Die Szenen aus der Villa Parsifal sind lebendig, sinnlich, manchmal beklemmend. Man spürt, wie früh Margarethe lernt, sich klein zu machen, obwohl in ihr eine ganze Welt aus Fantasie, Mut und Freiheitsdrang brennt.
Carbe schreibt klar, warm und gleichzeitig schonungslos. Die Leseprobe zeigt, wie fein sie Beobachtungen in Sprache verwandelt – und wie sehr die Geschichte dieser Familie mit der Geschichte Deutschlands verwoben ist. Für mich als Dresdnerin fühlt sich das alles nah an, fast wie ein Blick in die eigene Stadtgeschichte, nur durch die Augen dieser starken, verletzlichen Frauen.
Besonders eindrucksvoll ist der Einstieg über den alten Kirschholzschrank – ein Möbelstück, das wie ein stiller Zeuge durch vier Generationen wandert. In ihm sammelt sich nicht nur Literatur, sondern auch all das, was diese Frauen geprägt hat: Stolz, Schmerz, Schweigen, Rebellion. Die Szenen aus der Villa Parsifal sind lebendig, sinnlich, manchmal beklemmend. Man spürt, wie früh Margarethe lernt, sich klein zu machen, obwohl in ihr eine ganze Welt aus Fantasie, Mut und Freiheitsdrang brennt.
Carbe schreibt klar, warm und gleichzeitig schonungslos. Die Leseprobe zeigt, wie fein sie Beobachtungen in Sprache verwandelt – und wie sehr die Geschichte dieser Familie mit der Geschichte Deutschlands verwoben ist. Für mich als Dresdnerin fühlt sich das alles nah an, fast wie ein Blick in die eigene Stadtgeschichte, nur durch die Augen dieser starken, verletzlichen Frauen.