Wenn Erinnerungen weitervererbt werden

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haruka Avatar

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Ich mag Familiengeschichten über mehrere Generationen sehr, vor allem wenn sie nicht nur einfach Ereignisse aneinanderreihen, sondern spürbar machen, wie viel in Familien weitergegeben wird: Erinnerungen, Erwartungen, Verletzungen, aber auch Gegenstände wie dieser Schrank, der hier fast wie ein stiller Zeuge der Familiengeschichte wirkt. Der Einstieg über den Schrank hat mir gefallen. Man merkt gleich, dass hinter diesem Möbelstück viel mehr steckt als nur Holz und Bücher.
Auch Margarethe als Figur fand ich sehr interessant.
Der Schreibstil ist eher ruhig und detailreich. Die vielen kleinen Beobachtungen, die Erinnerungen, die Atmosphäre in der Villa, die Gespräche über Literatur, Musik, Erziehung und Fortschritt machen die Zeit sehr lebendig. Man braucht vielleicht etwas Geduld, weil es kein rasanter Einstieg ist, aber ich hatte das Gefühl, dass hier sehr viel Tiefe aufgebaut wird.