Ambivalent
Der viel vorab gelobte Roman von Miriam Carbe über „Unerwünschte Töchter“ lässt mich in vielerlei Hinsicht zwiegespalten zurück.
Mit vier Frauengenerationen einer Familie durchleben wir ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Manchmal packt mich die Geschichte der Frauen dieser Familie, wenn sie von den Wirren der Zeitgeschichte berührt wird. Aber manche Episoden sind mir auch zu langweilig oder uninteressant. Manchmal liest sich der Roman für mich flüssig. Bisweilen wird der Schreibstil sogar getragen von leiser Poetik. An anderen Stellen finde ich ihn abgehackt und hölzern.
Zu den Frauenfiguren konnte ich kein innigeres Verhältnis aufbauen. Ich finde sie alle widerständig, teils unsympathisch, teils sind sie mir in ihrem Denken, Verhalten und Fühlen fremd. „Unerwünscht“ erscheinen mir die meisten nicht als Töchter, eher als Ehefrauen, Geliebte oder Affären. Die Kinder sind oft nicht die Kinder des späteren Ehemannes oder uneheliche Kinder mit und ohne spätere Legitimation. Sie wirken aber – zumindest von ihren Müttern – meist nicht unerwünscht. Eher ist es umgekehrt, dass die Töchter oder Enkelinnen in eine ähnlich kritische Distanz gehen zu ihren Müttern oder Großmüttern wie es mir als Leserin ergangen ist mit den Figuren, deren Namen alle mit einem M anfangen, um eine Linie und eine Zugehörigkeit zu zeigen, auch wenn diese Zugehörigkeit nicht immer oder eher selten aus einer Neigung entsteht als vielmehr aus Familienbande und damit wirklich eine Art von Fessel und auch Bürde.
Das Buch liest sich nicht schwer, bisweilen mehr oder weniger unterhaltend. Darüber kann man sich nicht beklagen, aber die Frauen erreichen mich einfach nicht. Ich sehe in ihnen nicht in erster Linie Zeuginnen der deutschen Geschichte, sondern bisweilen eher sonderbare, um nicht zu sagen, leicht exzentrische Frauen einer Familie.
Anfänglich haben mir die Sprünge zwischen den verschienen Generationen ein wenig Mühe gemacht, zunehmend versteht man die Bezüge, die zwischen den einzelnen Generationen hergestellt werden.
Eine klare Leseempfehlung vermag ich am Ende nicht auszusprechen.
Mit vier Frauengenerationen einer Familie durchleben wir ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Manchmal packt mich die Geschichte der Frauen dieser Familie, wenn sie von den Wirren der Zeitgeschichte berührt wird. Aber manche Episoden sind mir auch zu langweilig oder uninteressant. Manchmal liest sich der Roman für mich flüssig. Bisweilen wird der Schreibstil sogar getragen von leiser Poetik. An anderen Stellen finde ich ihn abgehackt und hölzern.
Zu den Frauenfiguren konnte ich kein innigeres Verhältnis aufbauen. Ich finde sie alle widerständig, teils unsympathisch, teils sind sie mir in ihrem Denken, Verhalten und Fühlen fremd. „Unerwünscht“ erscheinen mir die meisten nicht als Töchter, eher als Ehefrauen, Geliebte oder Affären. Die Kinder sind oft nicht die Kinder des späteren Ehemannes oder uneheliche Kinder mit und ohne spätere Legitimation. Sie wirken aber – zumindest von ihren Müttern – meist nicht unerwünscht. Eher ist es umgekehrt, dass die Töchter oder Enkelinnen in eine ähnlich kritische Distanz gehen zu ihren Müttern oder Großmüttern wie es mir als Leserin ergangen ist mit den Figuren, deren Namen alle mit einem M anfangen, um eine Linie und eine Zugehörigkeit zu zeigen, auch wenn diese Zugehörigkeit nicht immer oder eher selten aus einer Neigung entsteht als vielmehr aus Familienbande und damit wirklich eine Art von Fessel und auch Bürde.
Das Buch liest sich nicht schwer, bisweilen mehr oder weniger unterhaltend. Darüber kann man sich nicht beklagen, aber die Frauen erreichen mich einfach nicht. Ich sehe in ihnen nicht in erster Linie Zeuginnen der deutschen Geschichte, sondern bisweilen eher sonderbare, um nicht zu sagen, leicht exzentrische Frauen einer Familie.
Anfänglich haben mir die Sprünge zwischen den verschienen Generationen ein wenig Mühe gemacht, zunehmend versteht man die Bezüge, die zwischen den einzelnen Generationen hergestellt werden.
Eine klare Leseempfehlung vermag ich am Ende nicht auszusprechen.