ambivalent, spannend, zum Nachdenken anregend
Ich weiß gar nicht so richtig, was ich über "Unerwünschte Töchter" von Miriam Carbe schreiben soll. Das Cover war für mich eine 4/10, der Klappentext und die Idee des Buchs eine 10/10. Bei der Umsetzung musste ich häufig scharf einatmen und die Luft anhalten, große Ausatmen-Momente gab es nicht. Dabei sind die Charaktere doch auch greifbar liebevoll geschrieben und entgleiten einem im nächsten Moment. Nicht selten wird man an das Wort "unerwünscht" im Titel erinnert, auch wenn die Geschichte manchmal seicht dahinplätschert und man sich in einer Art Familienidyll der verschiedenen Generationen wiederzufinden scheint. Insofern ist das Buch spannend gestaltet, man lernt viel über die deutsche Geschichte. Damit ist aber auch harter Tobak verbunden, der nicht wirklich eingeordnet wird. Besonders bei der sehr, sehr rassistischen Sprache und damit verbundenen Bildern hat mein Inneres nach einer Einordnung oder mindestens einer Auflösung geschrien, die ich aber nicht bekommen habe. Das lässt mich ärgerlich und hängengelassen zurück. Man merkt auch dieser Rezension an - dem Buch kann zu Gute gehalten werden, dass es einen lange Zeit beschäftigt. Man reflektiert auch die eigenen Definitionen einer "guten" Mutter bspw. Ich hätte mir gewünscht, dass dem Schrank, der die Basis der Verbindung in der Geschichte bildet, mehr Aufmerksamkeit zugekommen wäre.