Bewegend, aber stellenweise etwas distanziert
Zwischen den Frauen dieser Familie liegt viel Nähe, aber auch vieles, das nie offen ausgesprochen wird. Gerade diese stillen Spannungen geben der Geschichte eine besondere Stimmung. Manche Szenen wirken nah und ehrlich, andere bleiben dagegen etwas auf Distanz. Dadurch entsteht beim Lesen ein gemischtes Gefühl aus Interesse, Mitgefühl und gelegentlicher Ernüchterung.
Besonders eindrücklich sind die Passagen über das Leben der Frauen in verschiedenen Zeiten. Der Verlust der Männer durch die Kriege, die Erwartungen an Töchter und Mütter und später auch der Konflikt um ein uneheliches schwarzes Kind zeigen deutlich, wie sehr Herkunft und gesellschaftliche Vorstellungen ein Leben prägen können. Dabei wird nie laut erzählt, sondern eher ruhig und beobachtend.
Gleichzeitig zieht sich das Buch stellenweise spürbar in die Länge. Einige Gedanken und familiäre Spannungen wiederholen sich, wodurch der Lesefluss manchmal stockt. Manche Figuren bleiben emotional schwer greifbar, obwohl ihre Geschichte eigentlich viel Stoff für Nähe bietet. Gerade im Mittelteil fehlte dadurch stellenweise die Verbindung zu einzelnen Entscheidungen und Reaktionen.
Trotzdem hat das Buch starke Momente. Vor allem die Mischung aus Familiengeschichte und deutscher Vergangenheit wirkt gut recherchiert und glaubwürdig. Es entsteht das Bild mehrerer Frauen, die auf sehr unterschiedliche Weise versuchen, ihren Platz im Leben zu finden. Nicht jede Szene berührt gleich stark, aber manche bleiben lange im Kopf.
Insgesamt ist es ein ruhiger Roman mit ernsten Themen und vielen familiären Brüchen. Nicht alles konnte mich emotional vollständig erreichen, doch die Geschichte hinterlässt dennoch Eindruck und zeigt, wie lange Konflikte und Verletzungen innerhalb einer Familie weiterwirken können.
3 Sterne
Besonders eindrücklich sind die Passagen über das Leben der Frauen in verschiedenen Zeiten. Der Verlust der Männer durch die Kriege, die Erwartungen an Töchter und Mütter und später auch der Konflikt um ein uneheliches schwarzes Kind zeigen deutlich, wie sehr Herkunft und gesellschaftliche Vorstellungen ein Leben prägen können. Dabei wird nie laut erzählt, sondern eher ruhig und beobachtend.
Gleichzeitig zieht sich das Buch stellenweise spürbar in die Länge. Einige Gedanken und familiäre Spannungen wiederholen sich, wodurch der Lesefluss manchmal stockt. Manche Figuren bleiben emotional schwer greifbar, obwohl ihre Geschichte eigentlich viel Stoff für Nähe bietet. Gerade im Mittelteil fehlte dadurch stellenweise die Verbindung zu einzelnen Entscheidungen und Reaktionen.
Trotzdem hat das Buch starke Momente. Vor allem die Mischung aus Familiengeschichte und deutscher Vergangenheit wirkt gut recherchiert und glaubwürdig. Es entsteht das Bild mehrerer Frauen, die auf sehr unterschiedliche Weise versuchen, ihren Platz im Leben zu finden. Nicht jede Szene berührt gleich stark, aber manche bleiben lange im Kopf.
Insgesamt ist es ein ruhiger Roman mit ernsten Themen und vielen familiären Brüchen. Nicht alles konnte mich emotional vollständig erreichen, doch die Geschichte hinterlässt dennoch Eindruck und zeigt, wie lange Konflikte und Verletzungen innerhalb einer Familie weiterwirken können.
3 Sterne