Bewegende Historie mit Längen

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noiram Avatar

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Mit „Unerwünschte Töchter“ hat Miriam Carbe eine Familiengeschichte über vier Generationen vorgelegt – von der Urgroßmutter Margarethe in Dresden bis zu Miriam, der Autorin selbst. Es ist ein Buch voller deutscher Geschichte, geprägt von Krieg, Entbehrung, Zusammenhalt und Zerwürfnis und gesellschaftlicher Zwänge. Besonders bewegend ist die Debatte um die Geburt der Autorin als Tochter eines nigerianischen Mannes: Während andere zur Abtreibung drängten, zeigt diese „Schande“ die ganze Härte des Rassismus. Beim Lesen erschreckt vor allem eines: Wie normal dieser Rassismus damals im Sprachgebrauch war – und wie nah Teile unserer Gesellschaft heute gefühlt (oder tatsächlich) schon wieder an solchen Denkmustern sind.
​Die Sprache ist angenehm einfach, unkompliziert zu lesen. Dennoch fiel mir das Buch in der ersten Hälfte unglaublich schwer. Grundsätzlich mag ich ruhige, langsame Bücher/Geschichten. Die Geschichte an sich ist auch interessant, aber die Erzählung wies für mich einige Längen auf. Ich musste mich teils anstrengen weiterzulesen.
​In der zweiten Hälfte wurde es besser, aber so richtig gepackt hat mich das Buch leider bis zum Schluss nicht. Das lag vor allem an den Figuren, die mir durchgängig zu oberflächlich blieben.