Das Leben von Frauen aus vier Generationen in Deutschland, bis hin zur Gegenwart

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Ich habe den Roman „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe als Hörbuch kennengelernt. Sprecherin ist Simone Kabst.

Darin erzählt die Urenkelin, Miriam Carbe, geboren 1966, von den Frauen in ihrer Familie. Von Margarete, der Urgroßmutter, genannt „Immi“, von Marianne, ihrer Großmutter, die „Nanni“ genannt wurde, von Monika, ihrer Mutter und von sich.

Der Roman bedient sich einer wunderbaren Sprache. Frau Carbe hat einen herrlichen Schreibstil. Die Geschichte des Schrankes, der von Generation zu Generation, sozusagen von Frau zu Frau weitergegeben wurde, hat mich bezaubert.

Leider kann ich das vom gesamten Hörbuch nicht sagen.

Schön war, dass ich, im Osten geboren und bis heute dort lebend, nebenbei viel über die gemeinsame deutsche Geschichte gelernt oder wieder aufgefrischt habe. Und ich habe aus dem Geschehen mehr über das Leben in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg erfahren. Auch, wie aufopferungsreich die Frauen ihre Töchter bzw. Kinder in schweren Zeiten großzogen, hat mich berührt.

Aber es hat sich doch alles sehr gedehnt. Die Sprecherin hat für meinen Geschmack einen sehr monotonen Stil. Die einzelnen Personen konnte ich nicht unterscheiden. Und es machte mir meist eine negative, pessimistische Stimmung, wenn ich zuhörte. Dazu gab es Sprünge in der Handlung, die ich schwer nachvollziehen konnte. Hinzu kommt, dass mal geradlinig erzählt wurde und dann wieder sehr ausführlich Märchen erzählt, Gedichte vorgetragen, Einzelheiten ewig ausgebreitet wurden.

Ich empfinde es als große Leistung, dass die Autorin die Geschichte ihrer Familie mit Hilfe der Tagebücher rekonstruiert und aufgeschrieben hat. Damit wird ein großer Zeitrahmen mit Leben erfüllt. Von Miriam selbst erfahren wir leider recht wenig, was ich bedauere.

Ich kann das Hörbuch leider nicht weiterempfehlen, da ich es mich mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen hat.